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FIFA-Präsident Blatter wird wiedergewählt © APA (epa)

Die Wahl des Präsidenten des Fußball-Weltverbandes (FIFA) findet wie geplant statt. Der Antrag des Englischen Verbandes (FA),

Die Wahl des Präsidenten des Fußball-Weltverbandes (FIFA) findet wie geplant statt. Der Antrag des Englischen Verbandes (FA), die Abstimmung wegen der Korruptionsvorwürfe gegen hochrangige FIFA-Funktionäre zu verschieben, ist von den Delegierten auf dem Kongress in Zürich abgelehnt worden. Damit steht Amtsinhaber Joseph Blatter vor der Wiederwahl für eine vierte Amtszeit.

Der FA-Antrag hat nur 17 Ja-Stimmen erhalten, 172 Delegierte haben dagegen votiert. Einige Verbandsvertreter äußerten ihre Unterstützung für Blatter. "Wir glauben, dass diese Instabilität nur verschärft wird, wenn wir unsere Probleme jetzt nicht lösen. Wir glauben, dass dieser Mann, der da sitzt, die Kompetenz mitbringt, die Vision mitbringt. Herr Blatter kann der FIFA den Impuls zurückgeben, der nötig ist, um unsere Probleme zu lösen", sagte Haitis Verbandspräsident Yves Jean-Bart.

Blatter bat die Delegierten um Unterstützung bei der Reform des krisengeschüttelten Fußball-Weltverbandes. "Wir alle fahren auf diesem Schiff namens FIFA in bewegten Wassern, um nicht zu sagen turbulenten Gewässern, aber wir sind auf gutem Kurs. Und ich als Kapitän dieses Schiffs trage die Verantwortung. Das kann ich aber nur tun, wenn Sie mir dabei helfen", sagte der 75-Jährige in seiner Begrüßungsrede im Hallenstadion zu den Delegierten der 208 Mitgliedsverbände, die allesamt anwesend waren.

Mit Blick auf die Korruptionsvorwürfe und die schwerste Krise in der 107-jährigen Geschichte der FIFA sagte Blatter: "Wir werden unsere Kontroll- und Managementinstrumente verbessern. Entweder neue schaffen oder solche, die es bereits gibt, stärken." Mit Spannung erwartet wurde Blatters Grundsatzrede am späten Vormittag. Vor dem Gebäude hatten zuvor etwa ein Dutzend Menschen gegen die FIFA und Blatter demonstriert. Die kleine Gruppe hielt im strömenden Regen Plakate in die Höhe mit der Aufschrift "Play fair FIFA" oder "Rote Karte für die FIFA".

Protestiert hat auch das suspendierte Exekutiv-Mitglied Mohamed bin Hammam, nachdem ihm am Mittwoch der Zutritt zum Kongress im Züricher Hallenstadion verwehrt worden war. Der Katarer, der keine Möglichkeit erhalten hatte, vor Kongress-Beginn gegen seine Suspendierung zu berufen, bezeichnete die Aktion in einem Brief an die FIFA als unfair. "Ich bin traurig und enttäuscht über die Vorfälle der vergangenen Tage. Ich werde nicht akzeptieren, dass mein Name und mein Ruf zerstört werden", schrieb Bin Hammam und kündigte weitere Schritte an. Er sei bestraft worden, ohne schuldig zu sein, betonte der Vorsitzende des Asiatischen Fußball-Verbandes.

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