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Constantini setzt auf schnelle Spieler © APA (Pfarrhofer)

Österreichs Fußball-Nationalmannschaft möchte am Freitag ab 20.30 Uhr mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen. Mit einem

Österreichs Fußball-Nationalmannschaft möchte am Freitag ab 20.30 Uhr mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen. Mit einem Erfolg gegen Deutschland würde sich die Truppe von Teamchef Dietmar Constantini nicht nur einen Fixplatz im ÖFB-Geschichtsbuch sichern, sondern auch die Chance auf die EM-Teilnahme 2012 wiederbeleben und Sympathiepunkte bei den zuletzt vergraulten Fans sammeln.

"Deutschland ist eine Weltklassemannschaft und der große Favorit, Österreich der krasse Außenseiter. Aber wir werden versuchen, eine Überraschung zu liefern", brachte Teamchef Dietmar Constantini die Ausgangslage noch einmal auf den Punkt. "Aber Minderwertigkeitskomplexe sind fehl am Platz, im Fußball ist alles möglich", demonstrierte der Tiroler Optimismus. Constantini forderte deshalb von seinen Schützlingen "einen Schuss Wahnsinn und null Respekt" vor den Deutschen.

Deutschland werde "wie in jedem Match" versuchen, dem Gegner mit einem 4-2-3-1-System sein Spiel aufzudrängen. Die größte Gefahr der Auswahl von Joachim Löw stellen der frisch gebackene deutsche Torschützenkönig Mario Gomez von Bayern München und Real-Madid-Star Mesut Özil dar. Hinten reinstellen bringe aber auf keinen Fall etwas. "Da holst du dir garantiert ein schlechtes Ergebnis ab", sagte Constantini, dessen Auswahl sich zuletzt mit den 0:2-Niederlagen gegen Belgien und die Türkei weit von der EURO in Polen und der Ukraine entfernt hat.

"Fakt ist, dass wir zu Hause gegen Belgien das wichtigste Spiel der Quali verloren haben. Jetzt versuchen wir, die Deutschen zu ärgern. Für die Quali müssten wir sogar drei Punkte holen, dann wären wir zurück im Rennen. Das ist sicher nicht realistisch, aber vielleicht gelingt es uns mit 50.000 Zuschauern im Rücken", meinte der 56-Jährige, der insgeheim ein wenig auf Gnade der Deutschen hofft: "Die Deutschen sind eh schon quasi qualifiziert. Es wäre nicht schlecht, wenn sie uns die drei Punkte zukommen lassen würden."

Punkto Aufstellung ließ sich Constantini überhaupt nicht in die Karten blicken. Die beiden Trainings am Mittwoch und Donnerstag in Wien fanden unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Constantini wies jedoch darauf hin, dass Schnelligkeit die Basis für einen Erfolg gegen die Deutschen sei. Das würde auf jeden Fall für Akteure wie Martin Harnik und Erwin Hoffer sprechen.

Für den Fall einer deutlichen Niederlage gegen den vielzitierten "großen Bruder" könnte Constantinis Teamchef-Sessel wieder ins Wanken geraten. "Es ist nicht das Wichtigste, ob ich Teamchef bin oder nicht. Das Wichtigste ist, dass Österreich ein Nationalteam hat, das reüssiert. Ob ich Teamchef bin, ist Sache des Präsidiums", so Constantini, der darauf verwies, dass auch Kollegen wie jene von Juventus, Chelsea oder zahlreichen deutschen Bundesligisten in der jüngeren Vergangenheit ihren Job verloren haben.

"Das ist Teil des Spiels, und das nehme ich so an. Wenn es so weit ist, wird einer zu mir kommen und es mir sagen", meinte Constantini, der nicht nur in der ÖFB-Chefetage, sondern auch bei den zuletzt enttäuschten Fans Sympathiepunkte sammeln will: "In so einem Spiel kann man sehr viele Herzen zurückgewinnen."

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