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Harnik war einer der Besten des ÖFB-Teams © APA (Schlager)

Die österreichischen Fußball-Teamspieler sind nach dem 1:2 in der EM-Qualifikation gegen Deutschland etwas ratlos durch die

Die österreichischen Fußball-Teamspieler sind nach dem 1:2 in der EM-Qualifikation gegen Deutschland etwas ratlos durch die Katakomben des Happel-Stadions geschlichen. Die Stimmungslage von Christian Fuchs und Co. pendelte am Freitag zwischen Freude über einen der stärksten Auftritte der ÖFB-Auswahl in der jüngeren Vergangenheit und Ärger über eine unglückliche Niederlage.

Martin Harnik, dessen Mutter aus Deutschland stammt, forderte nach seinem wohl besten Länderspiel eine realistische Aufarbeitung der Partie. "Jeder kann stolz auf sich sein, aber ich hoffe, dass keiner zufrieden ist. Wir haben uns wenig vorzuwerfen, haben von vorne bis hinten eine gute Leistung gezeigt. Aber man muss klar auf unsere mangelnde Chancenauswertung hinweisen", sagte der Stuttgart-Legionär. Der Angreifer sprach von einer äußerst bitteren Niederlage. "Bitter in dem Sinne, dass die EM-Qualifikation jetzt ganz weit verschwindet und dass wir unglaublich viele Leute von uns hätten überzeugen können."

Zlatko Junuzovic glaubt nach dem von bis zu 1,026 Mio. Zuschauern auf ORF eins verfolgten Match dennoch an einen Imagegewinn des ÖFB-Teams. "Bei dieser Leistung kann jeder Österreicher auf uns stolz sein. Die Leute haben gesehen, dass wir kicken können. Das ist das Wichtigste." Sein Austria-Kollege Florian Klein zeigte sich von der österreichischen Darbietung sogar überrascht. "Ich denke, wir haben selbst nicht erwartet, dass wir so gut über die ganze Spielzeit mithalten können. Das zeigt, welches Potenzial in der Mannschaft steckt."

Nicht zuletzt deshalb sah Christian Fuchs das Deutschland-Match als weiteren Schritt zu einem gesteigerten Selbstbewusstsein. "Das war das Auftreten, von dem wir schon so lange gesprochen haben. Wir können alle stolz auf diese Leistung sein", erklärte der Linksverteidiger, der die ÖFB-Auswahl wieder einmal anstelle von "Bankdrücker" Marc Janko aufs Feld geführt hatte. Nun gelte es, die wiedergewonnene Zuversicht auch am Dienstag im Testspiel in Graz gegen Lettland unter Beweis zu stellen. "Da müssen wir auch so viel Selbstvertrauen haben, dass wir in dieses Match gehen und das Spiel machen wollen", forderte Fuchs.

Gegen die Letten nicht mehr dabei ist Paul Scharner, der so wie Janko etwas früher seinen Urlaub antreten darf. Vor seinem Abschied aus dem ÖFB-Camp schwärmte der England-Legionär noch über das gute Mannschaftsklima, das maßgeblich für die deutliche Steigerung im Vergleich zu den 0:2-Niederlagen im März gegen Belgien und die Türkei verantwortlich gewesen sei.

"Man hat gesehen, dass das Team funktioniert. Es hat keine internen Unruhen gegeben. Als kleine Nation baut man auf den Teamspirit, der hat diesmal wieder komplett gepasst", betonte der Niederösterreicher in Anspielung auf die jüngsten massiven Differenzen mit Marko Arnautovic. Scharner vermied es, den momentan nur auf Abruf aufscheinenden Werder-Bremen-Legionär beim Namen zu nennen. "Das bringt nichts. Auf alle Fälle war das letzte Mal zu viel Unruhe drin, das ist fix."

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