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Der Ex-Sturm-Boss muss sich verantworten © APA (Archiv/Leodolter)

Am Grazer Straflandesgericht ist am Dienstag nach knapp zwei Wochen der Prozess gegen Hannes Kartnig und sieben Mitbeschuldigte

Am Grazer Straflandesgericht ist am Dienstag nach knapp zwei Wochen der Prozess gegen Hannes Kartnig und sieben Mitbeschuldigte aus dem Umfeld des Fußball-Bundesligisten Sturm Graz fortgesetzt worden. Dem ehemaligen Präsidenten des Clubs wird schwerer Betrug, betrügerische Krida, grob fahrlässige Beeinträchtigung von Gläubigerinteressen sowie Steuerhinterziehung vorgeworfen.

Am 25. Verhandlungstag fanden sich wieder einmal alle Prozessbeteiligten im Großen Schwurgerichtssaal ein, die Stimmung war fast schon heiter-gelöst. Zunächst wurden nur Termine verschoben und über die Notwendigkeit, bestimmte Zeugen zu befragen oder auch nicht, diskutiert. Auf die Ladung von einigen Fußballern wurde nun doch verzichtet, zwei Tage im Juni (14. und 16.) entfallen dadurch ganz.

Weniger freundlich wurde die Stimmung, als es um den Schaden ging, den der Steirische Fußballverband (STFV) erlitten hatte. Staatsanwalt Johannes Winklhofer hatte diesen in der Anklage mit rund 25.000 Euro beziffert. Der Finanzreferent des Vereins hatte als Zeuge ausgesagt, es gebe mittlerweile keine offenen Forderungen mehr. Doch eine Anwältin, die den STFV vertritt, trug nun verschiedene Summen vor. "Ihr Zeuge hat aber gesagt, dass nichts mehr offen ist", rief einer der Verteidiger erbost. "Der Zeuge wusste es halt nicht", so die Anwältin, was die Verteidiger mit höhnischen Bemerkungen wie "Dilettantenverein" quittierten.

Zu diesem Thema wurde dann der Geschäftsführer des STFV, Thomas Nußgruber, befragt. Er bestätigte den Schaden von 25.000 Euro, allerdings bezog er sich ebenfalls auf das Gerichtsgutachten. Im Konkurs 2006 habe man nur 15.000 Euro angemeldet, da diese Summe damals offen war, 20 Prozent davon wurden ausbezahlt, rund 12.000 Euro wurden als uneinbringlich aus der Buchhaltung genommen. Durch die angeblich falschen Kartenabrechnungen wurde die Summe aber erhöht, nun möchte der Verband nochmals 25.000 Euro.

Als Zeuge war auch der ehemalige Chef einer Security-Firma geladen, der früher bei den Sturm-Spielen für die Sicherheit zuständig war. Er gab an, er habe bei jedem Spiel 150 Euro in bar an den früheren Sekretär zahlen müssen. Um diese Angaben zu belegen, soll jetzt noch eine weitere Zeugin geladen werden. Der Prozess wird am Mittwoch (9.00 Uhr) fortgesetzt. Als Zeuge ist unter anderem Sturm-Masseverwalter Norbert Scherbaum geladen.

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