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Dibon erzielte zum Einstand ein Tor © APA (Fohringer)

Nach seinen Traum-Einstand in der österreichischen Fußball-Nationalmannschaft hat es Christopher Dibon kurz die Sprache

Nach seinen Traum-Einstand in der österreichischen Fußball-Nationalmannschaft hat es Christopher Dibon kurz die Sprache verschlagen. "Ich kann mein Glück nicht in Worte fassen und versuche, das alles im Urlaub zu realisieren", sagte der 20-Jährige am Dienstag nach dem 3:1-Testspielsieg in Graz gegen Lettland, zu dem er das zwischenzeitliche 1:1 beigetragen hatte.

Der Kopfballtreffer des Niederösterreichers nach Freistoßflanke von David Alaba ersparte der ÖFB-Auswahl die Einstellung des Negativrekords von sechs Niederlagen in Folge und leitete den Umschwung ein. "Nach meinem Tor ist mein Herzerl immer schneller geworden. Es war ein tolles Gefühl, als mir alle Spieler gratuliert haben, immerhin habe ich in einer Mannschaft mit den besten Fußballern Österreichs gespielt."

Dibon war in den Kader aufgerückt, weil Emanuel Pogatetz, Sebastian Prödl, Franz Schiemer und Aleksandar Dragovic wegen Verletzung bzw. Erkrankung fehlten und Paul Scharner bei Heini Bergmüller in Wien bereits an der Vorbereitung für die kommende Saison arbeitet. "Ich bin sofort super aufgenommen worden. Da freut es mich, dass ich gleich etwas zurückgeben konnte", sagte der Abwehrspieler.

In der abgelaufenen Spielzeit hatte Dibon als Kapitän und "Youngster der Saison" maßgeblichen Anteil am Bundesliga-Aufstieg der Admira. Belohnt wurde dies mit der Auszeichnung, als erster Kicker eines zweitklassigen Clubs seit Ivica Vastic (LASK/17. August 2005 beim 2:2 gegen Schottland) und als erster Kicker ohne Oberhaus-Erfahrung seit Matthias Dollinger (DSV Leoben/am 20. November 2002 beim 0:1 gegen Norwegen) fürs Nationalteam einlaufen zu dürfen. "Ich bin erst 20, meine Zeit wird noch kommen. Ich bin sehr ehrgeizig und gebe immer 100 Prozent", lautete die Selbsteinschätzung von Dibon.

Teamchef Constantini lobte den U21-Teamkapitän nicht nur wegen seines Tores, sondern auch wegen seiner Qualitäten in der Defensive. "Andi Herzog hat gemeint, dass Dibon auch gegen 1,90 große Stürmer jeden Kopfball gewinnt, und das hat er gegen Lettland bewiesen", sagte der Tiroler über den 1,81 Meter großen Innenverteidiger, dem als ersten Spieler seit Martin Harnik am 22. August 2007 (1:1 gegen Tschechien) bei seinem Nationalteam-Debüt ein Tor gelang.

Harnik trat gegen die Letten in seinem 24. Länderspiel zum ersten Mal als Doppeltorschütze in Erscheinung, zeigte sich danach aber selbstkritisch. "Wir müssen unbedingt an unserer Chancenauswertung arbeiten, denn es darf nicht sein, dass wir für ein Tor zehn Chancen brauchen", betonte der Stuttgart-Legionär, nachdem er selbst einige Möglichkeiten ausgelassen hatte.

Zlatko Junuzovic hingegen stellte eher die positiven Aspekte in den Vordergrund. "Es hat heute Spaß gemacht, Fußball zu spielen. Man hat gemerkt, dass das Selbstvertrauen wieder da ist. Wir sind eine junge, starke Truppe, und wir werden Europa noch zeigen, dass wir gut sind", versprach der Austria-Mittelfeldspieler.

Kapitän Christian Fuchs hatte nach dem Rückstand an einem Erfolg seiner Mannschaft gezweifelt. "Aber dann haben wir es verdientermaßen noch umgedreht. Jetzt bin ich sehr erleichtert, dass ich mit einem Sieg in den Urlaub fahren kann." Für den Neo-Schalker geht es für einige Tage in die USA, ehe der Umzug von Mainz noch Gelsenkirchen organisiert wird. Junuzovic zieht es nach Nizza, viele ÖFB-Teamspieler wie etwa Erwin Hoffer bleiben aber auch in Österreich.

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