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Reinmayr (M.) spielte von 1995 bis 2002 bei Sturm © APA (Jäger)

Am Mittwoch ist in Graz der Prozess gegen Hannes Kartnig und sieben Mitbeschuldigte aus dem Umfeld des Fußball-Bundesligisten

Am Mittwoch ist in Graz der Prozess gegen Hannes Kartnig und sieben Mitbeschuldigte aus dem Umfeld des Fußball-Bundesligisten Sturm Graz fortgesetzt worden. Dem ehemaligen Präsidenten des Clubs wird schwerer Betrug, betrügerische Krida, grob fahrlässige Beeinträchtigung von Gläubigerinteressen sowie Steuerhinterziehung vorgeworfen. Als Zeugen war Ex-Sturm-Spieler Hannes Reinmayr geladen.

Nach zahlreichen Zeugen aus den Bereichen Finanzamt, Verbände und Vorstände bewegte sich das Geschehen am 26. Verhandlungstag im Prozess um den SK Sturm Graz wieder etwas näher am praktischen Fußball. Erstmals war nämlich ein ehemaliger Spieler geladen: Hannes Reinmayr schrieb von 1995 und 2002 besonders im Zusammenspiel mit Ivica Vastic und Mario Haas als Teil des "magischen Dreiecks" Vereinsgeschichte.

Richter Karl Buchgraber wollte gleich zu Beginn ganz direkt wissen, ob Reinmayr bei Vertragsabschluss Schwarzzahlungen zugesichert worden waren. "Nein", so der Ex-Spieler. Allerdings gab es jene Verträge, in denen im Nachhinein das Wort "brutto" handschriftlich durch "netto" ersetzt worden war. So bekam Reinmayr also 1995 laut Unterlagen zwölfmal im Jahr 1.453 Euro. "Ich habe einen Netto-Vertrag gehabt", betonte der Zeuge, der sich um die Versteuerung nicht weiter gekümmert hat.

Zusätzlich gab es auch Geld über ein Pensionsmodell, das einer der Angeklagten, der bei einer Versicherung arbeitet, vorgeschlagen hatte. Kartnig-Anwalt Michael Pacher ließ Reinmayr den Prospekt mit der Beschreibung der Pensionsvorsorge vorlesen. "Haben Sie das verstanden?", fragte Staatsanwalt Johannes Winklhofer nach den äußerst unverständlichen Ausführungen. "Nicht wirklich", antwortete der Ex-Spieler, wobei ihm der Ankläger nur beipflichten konnte, was zu allgemeiner Heiterkeit führte. Die Anwälte beschwerten sich sofort über den angeblich mangelnden Ernst des Staatsanwaltes. "Ich nehme acht Millionen Euro Steuerhinterziehung sehr ernst, das ist die größte, die es in diesem Bundesland je gegeben hat", konterte der Ankläger scharf.

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