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Grenzenloser Jubel bei den Färingern © APA (epa)

Für die Überraschung am letzten Spieltag in der Fußball-EM-Qualifikation vor der Sommerpause hat Färöer gesorgt. Die

Für die Überraschung am letzten Spieltag in der Fußball-EM-Qualifikation vor der Sommerpause hat Färöer gesorgt. Die Färinger landeten mit dem 2:0 (1:0) über die viertplatzierten Esten den ersten Erfolg in der europäischen Ausscheidung seit 16 Jahren! Damals, am 11. Oktober 1995, waren sie mit einem 3:1 (2:0) aus San Marino auf ihre Insel heimgekehrt.

Trotz der drei Punkten blieb der Außenseiter Tabellenletzter der Gruppe B, mit zwei Zählern hinter den Nordiren. Das tat dem Jubel der Truppe von Teamchef Brian Krerr aber keinen Abbruch. Das Erfolgserlebnis - es war das erst insgesamt vierte seit 1990 im 55. Länderspiel dieses Bewerbes - fixierten Frödi Benjaminsen (43./Elfer) und Arnbjörn Hansen (47.) im Nachschuss, nachdem Sergej Pareiko einen Penalty von Benjaminsen kurz abgewehrt hatte. Mit Pol Johannes Justinusen (89.) bzw. Sander Puri (57.) flog je ein Spieler mit der gelb-roten Karte vom Platz.

Einer der bisher vier Erfolge in der EM-Qualifikation seit 1990 gelang den Nordeuropäern gegen Österreich. Am 12. September fügten die damaligen Freizeitkicker der von Josef Hickersberger betreuten ÖFB-Auswahl um Toni Polster und Andreas Herzog vor 1.200 Zuschauern in der schwedischen Stadt Landskrona eine ebenso blamable wie denkwürdige Niederlage zu.

Spott und Hohn verfolgen die Männer "Hickes" nach diesem rabenschwarzen Tag teilweise noch bis heute. Sie hatten die Gruppe 4 damals hinter Jugoslawien, dem späteren Europameister Dänemark und Nordirland auf dem enttäuschenden vierten und vorletzten Tabellenplatz vor ihren Bezwingern beendet.

Neben Deutschland (3:1 in Aserbaidschan) gaben sich am Dienstag auch Schweden (E/Zweiter hinter Niederlande), Weißrussland (D/Zweiter hinter Frankreich) und Bosnien-Herzegowina (D/Dritter) keine Blößen. Das Trio wahrte mit Siegen seine mehr oder weniger große Chancen auf die EM-Teilnahme, wobei besonders die Blaugelben mit dem 5:0 in Stockholm gegen Nachbar Finnland glänzten.

Für den fünften Dreier im sechsten Spiel zeichnete der nach 25 Minuten eingewechselte Zlatan Ibrahimovic hauptverantwortlich. Der Milan-Stürmer steuerte drei Tore bei und meinte, nachdem er den als Innenverteidiger aufgebotenen Rapidler Markus Heikkinen einige Male schwindlig gespielt hatte: "Das fühlt sich gut an. Nachdem viel darüber geredet worden ist, ob ich spiele oder nicht, ist das richtig schön."

Die Weißrussen schlugen in Minsk Luxemburg 2:0, die Bosnier bezwangen in Zenica Albanien 2:0. Das Duo weist jetzt einen Zähler bzw. drei Punkte Rückstand auf die führenden Franzosen auf. Neuerlich als Torschütze trat Imre Szabics in Erscheinung. Nach dem Goldtor am Freitag in Luxemburg, traf der Stürmer von Meister Sturm Graz am Dienstag in Gruppe E für die Ungarn beim 3:0 in San Marino in der 49. Minute zum 2:0. Szabics spielte in den Reihen der drittplatzierten Magyaren durch.

Die 0:2-Niederlage der Squadra Azzurra im Testspiel in Lüttich gegen Irland passte zum vom Wettskandal in Italien wie die Faust aufs Aug. Ausgerechnet der italienische Teamchef der Iren, der frühere Salzburg-Trainer Giovanni Trapattoni, fügte dem Weltmeister von 2006 weitere Schmerzen zu. "Super-Trap spielt Italien einen Streich", schrieb die "Gazzetta dello Sport" am Mittwoch.

Das sei für ihn keine Genugtuung gewesen, sagte der Maestro. "Wer mich kennt, weiß, dass ich immer gewinnen will - selbst im Dart. Wir haben in der Vergangenheit immer sehr unglücklich gegen Italien ausgesehen. Aber das heißt nicht, dass ich mit einem Gefühl der Rache in dieses Spiel gegangen bin", kommentierte Trapattoni den Achtungserfolg gegen seine Heimat.

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