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Brasilien, USA und Schweden härteste Konkurrenten © APA (epa)

Sie sind 2003 in den USA durch einen Finalerfolg über Schweden und 2007 in China mit einem Sieg über Brasilien erfolgreich

Sie sind 2003 in den USA durch einen Finalerfolg über Schweden und 2007 in China mit einem Sieg über Brasilien erfolgreich gewesen und streben bei ihrer Heimveranstaltung das Triple an. Deutschlands Fußball-Frauen sind die Gejagten bei der sechsten Auflage der Welttitelkämpfe und genauso hochfavorisiert wie hochmotiviert.

630.000 der 900.000 Karten für die 32 Partien sind verkauft gespielt wird in den Stadien von Berlin, Frankfurt/Main (u.a. Finale am 17. Juli), Mönchengladbach, Sinsheim, Wolfsburg, Augsburg, Bochum, Dresden und Leverkusen. 16 Teams haben sich für die WM qualifiziert, die erste Partie (Gruppe A) bestreiten am 26. Juni Nigeria und Frankreich (15.00 Uhr in Sinsheim), am Abend folgt in Berlin im offiziellen Eröffnungsspiel der Auftritt des Gastgebers und Titelverteidigers Deutschland gegen Kanada (18.00).

In Gruppe B sind Japan, Neuseeland, Mexiko und England vertreten, in C stehen einander USA, Nordkorea, Kolumbien und Schweden gegenüber sowie in D Brasilien, Australien, Norwegen und Äquatorial-Guinea. Österreich hatte als Dritter des Qualifikations-Pools hinter England und Spanien die Teilnahme nicht geschafft.

Die deutsche Bundestrainerin Silvia Neid spricht davon, "mindestens" ins Halbfinale kommen zu wollen, der große Traum sei aber, "zum dritten Mal hintereinander Weltmeister zu werden". Rekordnationalspielerin Birgit Prinz (mit 14 Treffern in vier Turnieren Führende bei WM-Endrunden) hat sich am Sonntag im Training eine Bänderdehnung im rechten Sprunggelenk zugezogen, die Turnierteilnahme der bekanntesten deutschen Spielerin - die dreifache Weltfußballerin des Jahres (2003, 2004, 2005) geht auf Gold Nummer drei los - ist aber nicht gefährdet.

Den letzten Test absolviert die DFB-Elf am Donnerstag gegen Norwegen. Im abschließenden Trainingscamp geht es längst nur noch um die Standards und Feinabstimmung, die schwere Arbeit ist getan. "Die Harmonie im Team stimmt. Für uns zählt nur, dass wir als Mannschaft Weltmeister werden", gibt Stürmerin Inka Grings die Gangart vor. Frauen-Fußball ist in Deutschland populär wie nie zuvor, sogar eine Barbie-Puppe mit weißem Trikot, schwarzer Hose und blonden Haaren wurde auf den Markt gebracht. Pickerl-Hersteller Panini hat erstmal ein Sammelalbum für ein Frauen-Turnier herausgebracht.

USA, Brasilien mit Starkickerin Marta, aber auch Schweden oder Nordkorea werden als größte Herausforderinnen der Gastgeberinnen gehandelt. In der Weltrangliste des Fußball-Weltverbands, laut dessen Angaben 26 Millionen Mädchen und Frauen weltweit kicken, liegt die USA vor Deutschland. Die US-Amerikanerinnen haben ebenfalls bereits zwei WM-Titel erobert, bei der ersten Auflage 1991 in China sowie beim Heimturnier 1999. Mit Nordkorea und Schweden warten bereits in der Gruppenphase zwei große Kaliber. Deutschland trifft auf Kanada, Frankreich (mit zehn Spielerinnen vom Champions-League-Sieger Lyon) und Nigeria, dem Österreich zuletzt im Testspiel ein 1:1 abgetrotzt hat.

England und Japan sind in Gruppe B gegenüber Neuseeland und Mexiko deutlich zu favorisieren. In Pool D scheint Brasilien relativ leichtes Spiel auf dem Weg zur Revanche für das mit 0:2 gegen Deutschland verlorene WM-Finale 2007 zu haben. Norwegen (Weltmeister 1995 und zweifacher Europameister) ist Kandidat für Platz zwei, für Asienmeister Australien und Neuling Äquatorial-Guinea (676.000 Einwohner) dürfte die Aufstiegshürde ins Viertelfinale eine Nummer zu hoch sein. Star der Mannschaft aus Westafrika ist die 22-jährige Genoveva Anonma, die in der deutschen Liga bei Jena spielt.

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