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Atalanta-Kapitän Doni im Visier der Ermittler © APA (Archiv/epa)

Im italienischen Fußball haben neben Wettbetrügern anscheinend auch die Vereine selbst untereinander Absprachen über Resultate

Im italienischen Fußball haben neben Wettbetrügern anscheinend auch die Vereine selbst untereinander Absprachen über Resultate getroffen und damit die Ligen manipuliert. Dies bestätigte der inhaftierte Sportdirektor des Drittligisten Ravenna, Giorgio Buffone, in einem Verhör der Staatsanwaltschaft Cremona.

"Der Präsident des Clubs aus Alessandria hat mir gesagt, dass man gewinnen will und mir 50.000 Euro geboten", sagte Buffone. Er habe das Angebot ausgeschlagen, weil "50.000 zu wenig waren". Aus Neugierde habe er danach selbst versucht, ein Spiel vom Liga-Rivalen Verona zu kaufen. Der Verein sei aber nicht darauf eingegangen. Buffone bestätigte mit seiner Aussage die Vermutung von Staatsanwalt Roberto Di Martino.

Dessen Ermittlungen haben nach Angaben der "Gazzetta dello Sport" vom Freitag weiteres belastendes Material gegen den ehemaligen Nationalspieler Beppe Signori zutage gefördert. Die Bande von rund 30 mutmaßlichen Wettbetrügern habe den Ex-Kapitän von Lazio Rom "Chinese" genannt, weil er die Wetten auf die manipulierten Spiele in Asien platziert haben soll. Die Polizei hatte bei Signori eine "Anleitung" für die Abwicklung der Wetten gefunden. Signori bestreitet die Vorwürfe weiterhin.

Signori und der Kapitän des Erstliga-Aufsteigers Atalanta Bergamo, Cristiano Doni, sind die prominentesten Verdächtigen im Wettskandal. Auch Doni bestreitet alle Vorwürfe. Sein Anwalt kritisierte, dass der Spieler bisher keine Möglichkeit gehabt habe, die Anschuldigungen in einer Aussage bei der Staatsanwaltschaft zu entkräften. Donis Ruf werde so immer weiter beschädigt.

Derzeit stehen in Italien schon 60 Erst-, Zweit- und Drittligaspiele unter Manipulationsverdacht. In einer landesweiten Razzia hatte die Staatsanwaltschaft Cremona vor zwei Wochen 16 Personen festgenommen. Einige von ihnen sitzen immer noch in Untersuchungshaft, andere stehen unter Hausarrest oder wurden auf freien Fuß gesetzt.

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