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Deutschland wird von Birgit Prinz angeführt © APA (Archiv/dpa)

Fünf Jahre nach den Männern haben Deutschlands Fußballerinnen die Chance, im eigenen Land ein WM-Sommermärchen zu schreiben.

Fünf Jahre nach den Männern haben Deutschlands Fußballerinnen die Chance, im eigenen Land ein WM-Sommermärchen zu schreiben. Die DFB-Auswahl strebt an der am Sonntag beginnenden Frauen-WM den dritten Titel in Folge an. Seit der ersten Austragung der Frauen-WM 1991 sind die Titel je zweimal an die USA (1991/1999) und Deutschland (2003/2007) sowie einmal an Norwegen (1995) gegangen.

Dieses Trio bildet zusammen mit den Weltranglisten-Dritten aus Brasilien auch in Deutschland den Favoritenkreis. Dazu kommen auch WM-Neulinge wie Kolumbien und Äquatorial-Guinea.

Das weibliche DFB-Team ist als Titelverteidiger bei der Heim-WM der Favorit. Bei der jüngsten Endrunde kassierte Deutschland keinen einzigen Gegentreffer, seit zwölf WM-Partien ist man ungeschlagen. In Gruppe A mit Gegnerinnen aus Kanada, Nigeria und Frankreich dürften die Gastgeberinnen keine Mühe haben, sich für das Viertelfinale zu qualifizieren. Erst im Halbfinale wäre ein Duell mit Brasilien möglich, das es in Gruppe D mit Australien, Norwegen und Äquatorial-Guinea zu tun bekommt.

Bei den Südamerikanerinnen steht mit Marta, der fünffachen und aktuellen FIFA-Weltfußballerin, die wohl beste Spielerin der Welt im Kader. Die 25-jährige Stürmerin erzielte seit 2002 in 53 Länderspielen 51 Treffer für Brasilien. Im Gegensatz zur männlichen "Selecao", die bereits fünf WM-Titel auf dem Konto hat, gelang es Brasiliens Frauen aber noch nie, ein WM-Turnier zu gewinnen.

Die Gruppen-Auslosung meinte es auch dieses Mal nicht gut mit den Brasilianerinnen: Bereits im Viertelfinale könnten sie auf die USA treffen. Die Amerikanerinnen, die als einziges Team bei allen WM-Endrunden mindestens das Semifinale erreichten, sind neben Deutschland die erfolgreichste Frauen-Nation. Allerdings verloren die US-Girls 2007 das WM-Halbfinale gegen Brasilien gleich 0:4.

Beim DFB hofft man fünf Jahre nach dem Halbfinal-Out der deutschen Männer bei der Heim-WM nun auf ein Sommermärchen mit großem Happy-End, was den Fans 2006 verwehrt blieb. Im Land, wo von 1955 bis 1970 Frauenfußball offiziell verboten war, ist das Interesse an Birgit Prinz und Co. so groß, dass sogar erstmals ein Panini-Album für eine Frauen-WM auf den Markt gebracht wurde. Das offizielle Eröffnungsspiel am Sonntag gegen Kanada im Berliner Olympiastadion ist mit fast 78.000 Zuschauern ausverkauft, alle weiteren deutschen Gruppenspiele sowie das Finale am 17. Juli in Frankfurt finden ebenfalls vor vollen Rängen statt.

Bisher verkauften die Organisatoren über 700.000 Tickets - rund 80 Prozent des gesamten Kontingents. Damit wird die WM 2011 hinter den Turnieren in den USA (1999/1,2 Millionen Zuschauer) und China (2007/1,07 Millionen) die dritthöchste Besucherzahl aufweisen.

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