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Ex-Sturm-Duo Neukirchner und Prilasnig befragt © APA (Techt/Archiv)

Am Grazer Straflandesgericht ist der Prozess gegen Hannes Kartnig und sieben Mitbeschuldigte aus dem Umfeld des

Am Grazer Straflandesgericht ist der Prozess gegen Hannes Kartnig und sieben Mitbeschuldigte aus dem Umfeld des Fußball-Bundesligisten Sturm Graz fortgesetzt worden. Dem Ex-Präsidenten des Clubs wird schwerer Betrug, betrügerische Krida, grob fahrlässige Beeinträchtigung von Gläubigerinteressen und Steuerhinterziehung vorgeworfen. Am Mittwoch wurden erneut frühere Spieler befragt.

Bei den bisherigen Befragungen hatte sich herauskristallisiert, dass die Spieler sogenannte "Netto-Vertäge" hatten, in denen neben der Gehaltssumme das Wort "brutto" durchgestrichen und durch "netto" ersetzt worden war. Diese Summen hatten sie dann auch ohne weitere Abschläge erhalten.

Offenbar hatte diese Regelung aber nicht für alle gegolten. Günther Neukirchner hatte von 1991 bis 2006 bei Sturm gespielt und seinen Vertrag nach eigenen Angaben nur mit Sportdirektor Heinz Schilcher - der ebenfalls auf der Anklagebank sitzt - ausgehandelt. 1994 hatte er monatlich 727 Euro als Fixum bekommen, zuzüglich eventueller Prämien. "Warum haben Sie nicht auf einem Netto-Vertrag bestanden?", wunderte sich Richter Karl Buchgraber. "Ich war mit dem zufrieden, was ich verdient habe", meinte Neukirchner, der mittlerweile als Hauptschullehrer arbeitet.

Dann wurde er damit konfrontiert, dass er einmal von einem Vereins-Konto 36.336 Euro abgehoben hatte und nur einen Teil davon auf das gemeinsame Spieler-Konto, das er verwaltete, einbezahlt habe. "War das Schwarzgeld für Sie?", witterte der Richter eine Spur. "Nein, das Geld war nicht für mich, ich habe es sofort auf das gemeinsame Konto der Spieler einbezahlt". Einen Teil habe er allerdings einbehalten "für die Weihnachtsfeier, da haben die Spieler immer für alle Angestellten Geschenke gekauft".

Als nächster kam Gilbert Prilasnig, Sturmspieler von 1991 bis 2001. "Der schönste Spieler, und auch intelligent", rief Kartnig beim Erscheinen des Zeugen, der mittlerweile auch sein Studium abgeschlossen hat. Er hatte ebenfalls einen im Vergleich zu anderen Spielern eher bescheidenen Vertrag, belief sich sein Monatseinkommen doch 1994 auf knapp 800 Euro.

"Ich weiß nicht, was die anderen verdient haben", wehrte er eine diesbezügliche Frage ab. Als bisher einziger Spieler wurde für ihn auch keine Pensionsversicherung abgeschlossen. Dafür bekam er nach seinem Ausscheiden 50.000 Euro - aber erst, nachdem er eine wesentlich höhere Summe einklagen wollte.

Der Prozess wird am Donnerstag um 9.00 Uhr mit der Befragung weiterer Spieler fortgesetzt. Geladen sind unter anderem Ivica Vastic und Arnold Wetl.

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