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Die Mexikanerin ist eine Kämpfernatur © APA (dpa)

Die alte Geschichte ist ihr inzwischen ein bisschen unangenehm, fast schon lästig. "Über die hitzigen Diskussionen über Frauen

Die alte Geschichte ist ihr inzwischen ein bisschen unangenehm, fast schon lästig. "Über die hitzigen Diskussionen über Frauen in Männerteams lächele ich heute nur noch milde", sagte Maribel Dominguez schließlich. "Das war einfach verrückt damals", fügte sie an. Recht hat sie, es war eine verrückte Geschichte, damals vor sieben Jahren.

Mexikos beste Fußballspielerin wollte bei den Männern spielen, notgedrungen, beim Zweitligisten Atletico Celaya. Die zierliche Mexikanerin trainierte einige Male mit den Männern, der Vertrag lag bereit, es gab einen ordentlichen Medienrummel. Mexikos Verband schritt nicht ein, doch dann trat der mächtige FIFA-Chef Sepp Blatter auf den Plan und untersagte das Vorhaben.

"Es gab keine angemessene Liga für mich in Mexiko", erzählt die inzwischen 32-Jährige, die den Spitznamen "Marigol" trägt. Die aus einem Armenviertel von Mexiko-Stadt stammende Dominguez musste aber mit dem Fußball Geld verdienen, um die Familie mit neun Kindern und einem verschwundenen Vater zu unterstützen. Ein Haus hatte sie ihrer Mutter versprochen, die anfangs die Fußball-Laufbahn der Tochter verhindern wollte und ihr das Spielen mit den Burschen verboten hatte.

In den USA war die Frauen-Liga damals pleite. Als ein Engagement für Celaya dann absehbar schien, schritt der Boss des Weltverbands Ende 2004 aber persönlich ein: Blatter verlangte "eine klare Trennung zwischen Männer- und Frauen-Fußball".

Das Nein der FIFA verschlug Dominguez nach Spanien. Über den FC Barcelona kam sie 2007 zum katalanischen Club Unio Esportiva L'Estartit, für den sie gerade die dritte Saison in der Superliga absolvierte. Die Reisen zu den Länderspielen Mexikos waren weit und von den Arbeitgebern nicht gerne gesehen. In der Quali für die WM in Deutschland kehrte die überragende Mexikanerin trotzdem zurück und schoss ihr Team zur Endrunde.

"Mit der Qualifikation, fünf Spiele, sechs Tore, habe ich gezeigt, dass ich immer noch die alte bin", sagte die Stürmerin. Maribel Dominguez hat einen unbändigen Willen, der ihre Karriere erst ermöglichte. Zu beobachten war das bei Mexikos WM-Auftakt, dem 1:1 gegen England. Mit einem Muskelkrampf lag sie in der Schlussphase bereits auf einer Trage, die Auswechslung war angezeigt - aber die kleine Kämpferin sprang noch einmal auf, versuchte es noch einmal. Das Aufbäumen war vergeblich, aber für das Spiel am Freitag gegen Japan ist Dominguez wieder fit.

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