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Austria-Coach sieht Salzburg aber als Favoriten © APA (Archiv/Hochmuth)

Der Gejagte ist Meister Sturm Graz, aber der große Titelanwärter in der am 16. Juli beginnenden Fußball-Bundesliga-Saison

Der Gejagte ist Meister Sturm Graz, aber der große Titelanwärter in der am 16. Juli beginnenden Fußball-Bundesliga-Saison heißt Salzburg. Das sieht nicht nur Karl Daxbacher so, dessen Truppe gleich zum Auftakt am Sonntag (18.30 Uhr) in die Bullen-Arena muss. "Natürlich sind die Salzburger für mich wieder Titelfavorit Nummer eins", erklärte der Trainer von Austria Wien im Gespräch mit der APA.

"Sie haben sich neuerlich sehr gut verstärkt und müssen bei diesen finanziellen Möglichkeiten und dieser Kadergröße den Anspruch haben, den Titel zu erringen", so Daxbacher. Der seit 21. Mai 2008 am Verteilerkreis amtierende 58-Jährige ließ aber auch gleich eine unmissverständliche Ankündigung Richtung "Dosen-Imperium" folgen: "Wir greifen wieder an!" Wenn man zweimal knapp den Meistertitel versäume (Anm.: 2010 Zweiter, 2011 Dritter), dann sollte man sich natürlich den Titel zum Ziel setzen. "Das möchten wir für die neue Saison auch machen. Dass es schwierig wird, ist keine Frage."

Daxbacher baut darauf, dass seine Spieler um ein Jahr reifer geworden sind und mit Drucksituationen vielleicht ein bisschen besser umgehen könnten. "Das könnte ein Vorteil sein", glaubt der Niederösterreicher, dessen Kapitän Roland Linz die Ausgangslage ähnlich sieht: "Die Salzburger sind mein Titelfavorit, denn sie haben sich gut verstärkt." Er hofft freilich, dass die Austria um den Tabellenplatz an der Sonne ein Wörtchen mitreden wird.

Vorne dabei sein wäre für den Verein, die Mannschaft und ihn sehr wichtig. "Wer dann letztlich Dritter wird, ist aus unserer Sicht nicht so wichtig", meinte der Stürmer, der den Europacup, für den sich die Favoritner als einziger ÖFB-Club seit 2002 stets qualifiziert haben, nicht vernachlässigt. "Wir werden alles daransetzen, dass wir die Gruppenphase der Europa League erreichen", nannte er ein großes Ziel.

Wie der Torschützenkönig 2010/11 schreibt auch der Trainer und der Sportchef die Europa League groß. "Das Erreichen der Gruppenphase ist für uns alle ganz, ganz wichtig, obwohl drei Runden zu überstehen, ganz schwierig wird. Wir in Österreich unterschätzen sehr gerne die Qualität anderer Länder. Es scheint mir jetzt auch so gegen die Montenegriner zu sein. Einfach wird es nicht, es muss alles zusammenpassen wie im vorletzten Jahr", meinte der Coach.

Sein Scout Sigi Aigner hat den Auftaktgegner Rudar Pljevlja in Serbien gegen Borac Banja Luca (1:1/Meister von Bosnien-Herzegowina) beobachten lassen. "Leider hat Rudar mit den Rückennummern geblufft, kein Blankett mit den Spielernamen hergegeben. Es scheint wenig Sinn zu machen, nochmals dorthin zu fahren, weil man uns in die Irre führen dürfte", erklärte der Austria-Trainer, der von seinem "Spion" einen Film erhielt und noch zwei DVDs von der Liga 2010/11 bekommen wird.

Thomas Parits hat den Europacup und die Qualifikation für die Gruppe zum "kurzfristigen Ziel" erhoben. Ihm ist bewusst, dass drei schwere Runden warten. "Ich hoffe, dass die Mannschaft so gut vorbereitet für die Saison ist, dass wir unser kurzfristiges Ziel erreichen", sagte der Sport-Vorstand. Auch für ihn gelten die Salzburger als Titelfavorit in der Liga, weil sie "den stärksten Kader" haben. Die anderen vier Clubs, Sturm, Austria, Rapid und Ried, seien die Jäger, es werde sich gegenüber 2010/11 nicht viel ändern.

Den Ex-Teamspieler ärgert noch immer, dass der Rekordsieger im ÖFB-Cup-Viertelfinale (0:4) daheim gegen Zweitligist Austria Lustenau ausschied. "Das schmerzt, so etwas darf einfach nicht passieren." In der Meisterschaft habe die Austria auch eine große Chance vergeben. "Leider ist uns im Jahr unseres 100er-Jubiläums der Titel nicht gelungen, obwohl wir bis zur letzten Runde im Rennen waren", erinnerte Parits.

Um einen Titel (Liga oder Cup) mitspielen, nennt er seine Erwartungen. "Das muss unser Ziel sein. Doch wie gesagt, Salzburg ist der hohe Favorit", sagte der Burgenländer, der dem Trainer keine Vorgaben für eine etwaige Vertragsverlängerung gibt. "Das Erreichen eines Europacup-Startplatzes war nur in der vergangenen Saison eine Bedingung für die Verlängerung. Diese Vereinbarung gibt es diesmal nicht, Daxbacher hat einen Ein-Jahres-Vertrag", verriet Parits.

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