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Schlussbericht der englischen Parlamentskommission © APA (epa)

Der Schlussbericht der englischen Parlamentskommission über die jüngsten WM-Vergaben lässt kein gutes Haar am Internationalen

Der Schlussbericht der englischen Parlamentskommission über die jüngsten WM-Vergaben lässt kein gutes Haar am Internationalen Fußball-Verband (FIFA). Die FIFA sei an einer Aufarbeitung der Korruptionsvorwürfe nicht interessiert, lautet die Conclusio im 31-seitigen Bericht, der eine vollständige unabhängige Untersuchung der Affäre fordert.

Dass die Untersuchungen gegen Jack Warner unmittelbar nach dessen Rücktritt aus allen FIFA-Gremien einfach eingestellt worden sind, erachtet das englische Parlament als "äußerst befremdend". Die Parlamentskommission schließt daraus: Die FIFA habe offenbar kein Interesse, allfällige korrupte Machenschaften aufzudecken. Vielmehr werde der Anschein erweckt, dass die FIFA alle Vorkommnisse "unter den Teppich kehren wolle".

Nicht gut weg kommt im Report auch FIFA-Präsident Joseph Blatter. Die Vergangenheit des 75-jährigen Schweizers lasse nicht die Hoffnung zu, dass die FIFA ähnlich vorgehen werde wie das IOC, das auf korrupte Vorfälle rund um die Vergabe der Olympischen Winterspiele 2002 in Salt Lake City reagierte und den Vergabemodus nachhaltig veränderte. Generell sei es schockierend, wie die FIFA-Exekutive ihre Geschäfte erledige.

Das britische Parlament hatte die Untersuchungskommission eingesetzt, um das Scheitern der englischen Bewerbung bei der WM-Vergabe im vergangenen Dezember zu analysieren. Die FIFA vergab vor sieben Monaten die WM 2018 nach Russland und die WM 2022 an das Emirat Katar, das kleiner als Oberösterreich ist.

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