vergrößernverkleinern
Herrenchef Berthold lobt Fortschritte des Tirolers © APA (EXPA/JOHANN GRODER)

ÖSV-Herrenchef Mathias Berthold hat unmittelbar vor dem Auftakt der alpinen Nordamerika-Tournee die Einschätzung bekräftig,

ÖSV-Herrenchef Mathias Berthold hat unmittelbar vor dem Auftakt der alpinen Nordamerika-Tournee die Einschätzung bekräftig, dass sein Team in der kommenden "Zwischensaison" eher nur um kleine Weltcup-Kugeln mitfahren wird. "Für den Weltcup musst du in mindestens drei Disziplinen Siegfahrer sein, da sehe ich im Moment niemanden", betonte der Vorarlberger beim Training in Vail/Colorado.

Von dort reisten Benjamin Raich, Klaus Kröll und Co. via Denver, wo Sonntagabend der Besuch der NHL-Partie Colorado Avalanche gegen San Jose als letztes "Doping" eingeplant war, Montagfrüh nach Kanada. Mit dem Speed-Double in Lake Louise (Abfahrt, Super-G) und dem folgenden, wieder in Colorado stattfindenden Triplepack in Beaver Creek (Abfahrt, Super-G, Riesentorlauf) kommt die Saison einen Monat nach Sölden und der folgenden Levi-Absage endlich so richtig in die Gänge.

Viele Kandidaten auf die begehrteste Weltcup-Trophäe gibt es derzeit im ÖSV-Herrenteam in der Tat nicht. Der seit Jahren hoch gehandelte Romed Baumann ist zwar mit 25 Jahren einer der jüngsten Topfahrer in der Abfahrt. "Er hat sicherlich einen weiteren Schritt gemacht. Wir reden da aber auch von einem Mann, der noch kein Weltcup-Einzelrennen gewonnen hat", so Berthold. "Andere wie Ivica Kostelic oder Carlo Janka haben das hingegen schon bewiesen."

Und weil auch Mario Scheiber wieder einmal gerade von einer Verletzung zurückkehrt, wäre man ohnehin schon wieder bei Benjamin Raich angelangt. Aber auch der Pitztaler kämpft nach seinem Kreuzbandriss im vergangenen Februar vorrangig um den Anschluss. "Ihm muss man vor allem den Druck nehmen, sich Ziele in Richtung Weltcup zu setzen. Das wäre nicht sinnvoll", warnte Ex-Rennläufer Berthold.

Dabei zeigte sich Raichs 46-jähriger Chef von der Entwicklung seines Schützlings in Colorado fast schon begeistert. "Benni hat sich gegenüber Sölden stark verbessert, ich bin mit ihm extrem zufrieden", gab es viel Lob für den 33-jährigen Doppelolympiasieger aus Tirol, der sich selbst im Oktober als "körperlich fit wie noch nie" bezeichnet hatte.

Womöglich ist der Pitztaler also doch früher als erwartet wieder heißestes Eisen der ÖSV-Herren. "Er gefällt mir skifahrerisch, von seiner ganzen Körpersprache und vom Auftreten her sogar besser als im Vorjahr um diese Zeit", stellte Berthold fest. "Ihm fehlt natürlich noch der eine oder andere Trainingstag. Insgesamt ist er aber auf einem guten Weg."

Der mit 35 Weltcupsiegen erfolgreichste aktive Skirennfahrer Raich wird daher in Lake Louise zumindest die Abfahrtstrainings und den Super-G bestreiten. In Beaver Creek wird er sich aber fix auf den Super-G und den Riesentorlauf konzentrieren und die ungemein schwere und anstrengende Raubvogel-Abfahrt auf über 3.000 m Seehöhe auslassen.

Ebenso müssten die jungen Läufer diesen Winter die Karten auf den Tisch legen, nahm Berthold auch seinen vielfach aus dem Europacup aufgerückten Nachwuchs in die Pflicht. "Sie sollen Weltcupunkte machen", so der Chefcoach, der aber auch um Geduld bat. "Es wird zwei bis drei Jahre dauern, bis die Jungen ein konstantes Niveau erreichen."

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel