vergrößernverkleinern
Berthold ist nach einem Jahr noch guter Dinge © APA (Expa/Groder)

Nach mehrmonatiger Vorbereitung geht für die alpinen Speed-Herren der FIS-Weltcup 2011/12 diese Woche mit Abfahrt und Super-G in

Nach mehrmonatiger Vorbereitung geht für die alpinen Speed-Herren der FIS-Weltcup 2011/12 diese Woche mit Abfahrt und Super-G in Lake Louise los. Im ÖSV-Lager soll der zurückgetretene Michael Walchhofer ersetzt werden. Mathias Berthold geht zuversichtlich in seine zweite Saison als ÖSV-Herrenchef, auch wenn ausgerechnet in seinem Debüt-Winter erstmals seit 1995/96 keine Kristallkugel geholt wurde.

Eitelkeit ist aber nicht das Thema von Berthold. "Mich schmerzt vor allem, dass wir so viele Verletzte hatten", verwies der 46-jährige Vorarlberger darauf, dass der vergangene Winter mit elf Siegen und 30 Podestplätzen eigentlich ein sehr guter war. Wären da nur nicht die vielen schweren Verletzungen wie die von Hans Grugger, Benjamin Raich, Mario Scheiber und Georg Streitberger gewesen.

Bis auf Grugger sind alle Verletzten wieder zurück und auch deshalb gab sich der frühere Profi-Weltmeister Berthold zuversichtlich, dass es in den kommenden vier Monaten gut laufen wird. "Wir haben viel trainiert und ich habe viele gute Dinge gesehen, wo wir uns skifahrerisch weiterentwickelt haben. Es fehlt noch etwas an Konstanz, aber insgesamt habe ich ein gutes Gefühl."

Dazu kommt, dass das Training im Sommer und Herbst sehr gut lief. In Colorado wurde punkto Vorbereitung auf verschiedenen Schneearten der letzte Puzzlestein gelegt und das bei sehr guten Bedingungen. Berthold: "Auf dem aggressiven Nordamerika-Schnee geht es vor allem um gefühlvolles Skifahren. Das brauchen wir auch später im Winter immer wieder."

Zur perfekten Vorbereitung gehört auch das Training im fünf Millionen Dollar teuren US-Speed-Center in Copper Mountain, mit dem der US-Verband nach dem Trainingszentrum "Center of Excellence" in Park City einen weiteren Meilenstein gesetzt hat. Die ÖSV-Herren haben mit dem US-Team ein gutes Einvernehmen, "deshalb müssen wir nicht betteln", so Berthold. "Sie suchen eine Standortbestimmung, wir auch. Dieses Training war enorm wichtig."

Mit seinem US-Pendant Sasha Rearick ist Berthold in Dingen wie der Materialreform zwar durchaus geteilter Meinung, "dennoch herrscht großer Respekt." US-Alpindirektor Patrick Riml, ein Tiroler, ist überhaupt ein langjähriger Freund. "Ein Mann mit Handschlag-Qualitäten."

Berthold unterstrich die Wichtigkeit der Nordamerika-Tournee mit ihren fünf Rennen, auch wenn sich im Vorjahr Ivica Kostelic den "Pott" praktisch ausschließlich mit seiner sensationellen Jänner-Serie gesichert hat. "Natürlich sind die Rennen hier wegen des speziellen Schnees gesondert zu betrachten. Wenn du aber eine konstant starke Saison fahren willst, musst du jetzt schon dabei sein."

Sölden ist laut Berthold als Standortbestimmung etwas zu weit weg von der Saison. Ganz anders Nordamerika. "Jetzt stellen sich die Weichen. Ein guter Auftakt mit starker Leistung ist sehr wichtig für das Selbstvertrauen, um nahtlos in Europa anschließen zu können.

Auch wenn Val d'Isere derzeit praktisch schneelos ist, geht man davon aus, dass es nach der Nordamerika-Tournee Schlag auf Schlag weitergeht. "Die Mannschaft sollte sich also in Kanada und den USA besser gleich stark zeigen", so Berthold. Am besten so wie im Vorjahr mit den Speed-Siegen von Walchhofer in Lake Louise und Georg Streitberger in Beaver Creek. "Danach ging es ja bis zum Grugger-Unfall in Kitzbühel auch in Europa gut weiter."

Nach dem Walchhofer-Rücktrit ist nun "Bulle" Klaus Kröll mit 31 Jahren und lediglich zwei Abfahrtssiegen der neue ÖSV-Teamleader. Abfahrtscoach Andreas Evers: "Im Vorjahr hatten wir auch abseits von Walchhofer immer wieder Leute ganz vorne dabei oder auf dem Stockerl. Und schlechter sind die sicher nicht geworden."

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel