Rapid-Präsident Rudolf Edlinger hat Bundesliga-Präsident und Sturm-Graz-Boss Hans Rinner am Dienstag einen wenig schmeichelhaften Brief geschrieben. In dem Schriftstück, das den acht übrigen Oberhaus-Clubs in Kopie übermittelt wurde, kritisierte Edlinger Rinners Aussagen zur Leistung von Schiedsrichter Thomas Einwaller in der Samstag-Partie Sturm Graz - Rapid (1:1), berichtet die "Kronen Zeitung".

"Lieber Freund, ich hätte nicht gedacht, dass Du meine Vorbehalte gegen Dich als Ligapräsident so rasch bestätigst. Deine Äußerungen nach dem Spiel Sturm - Rapid sind für einen Klubpräsidenten legitim, für den Ligapräsidenten untolerierbar. Es kann nicht sein, dass sich der Ligapräsident so unqualifiziert über ein Schiedsrichterteam äußert und dadurch massiven indirekten Druck auf die Schiedsrichter-Besetzung ausübt", hieß es unter anderem in Edlingers Brief.

Gegenüber der APA bekräftigte der ehemalige Finanzminister seine Kritik an Rinner. "Ich war immer der Meinung, dass ein Club-Chef nicht gleichzeitig Liga-Chef sein darf, weil es dann irgendwann zu solchen Dingen kommen muss. Als Liga-Präsident muss er ein gewisses Maß an Zurückhaltung an den Tag legen, immerhin ist er ja auch ÖFB-Vizepräsident", meinte Edlinger.

Der Rapid-Chef hatte sich im vergangenen November für tipp3-Vorstand Dietmar Hoscher als neuen Bundesliga-Präsidenten stark gemacht, schließlich stimmte aber eine klare Mehrheit für Rinner. Schon gegen dessen Vorgänger Martin Pucher hatte Edlinger wegen der Doppelfunktion als Mattersburg-Obmann und Liga-Chef große Bedenken, mittlerweile trauert er dem Burgenländer sogar ein bisschen nach. "Martin Pucher hätte sich nie so verhalten wie Rinner", erklärte Edlinger.

Rinner verteidigte unterdessen seine Vorgehensweise. "Es ist mein gutes Recht als Sturm-Chef, meine Meinung zu äußern, und das lasse ich mir auch nicht nehmen. Ich weiß nicht, was das mit der Liga zu tun haben soll. Ich übe ja keinen Druck auf die Liga aus", sagte der Steirer.

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