Keine drei Monate vor dem WM-Anpfiff schwelt in Südafrikas Fußballverband weiter ein Machtkampf der Top-Funktionäre. WM-Organisationschef Irvin Khoza wies Vorwürfe zurück, die Macht an sich reißen zu wollen. Seit der Verbandswahl vor einem halben Jahr habe er "weder direkt noch indirekt versucht", die Führungsfrage aufzuwerfen, betonte Khoza, laut der südafrikanischen Zeitung "Times" am Dienstag.

Der Geschäftsmann ist neben seinen WM-Aufgaben auch Vereinspräsident des Top-Clubs Orlando Pirates. Die "Sunday Times" hatte dagegen berichtet, Khoza habe sich mit Hilfe der Regierungspartei ANC bemüht, bei hohen Beamten und Vereinsfunktionären Unterstützung für einen Misstrauensantrag gegen den amtierenden Fußball-Präsidenten Kirsten Nematendani zu finden.

Nematendani war als Kompromisskandidat überraschend ins Amt gewählt worden, da sich weder für Khoza noch für seinen Rivalen Danny Jordaan, der Geschäftsführer der WM-Organisatoren ist, eine tragfähige Mehrheit gefunden hatte. Als die Wahl im WM-Gastgeberland mit einem Eklat zu scheitern drohte, hatte sogar der Weltverband FIFA eingegriffen.

Für die Fußball-Verantwortlichen wie für die Regierung Südafrikas gehe es nun darum, eine erfolgreiche WM zu sichern, sagte Khoza der Zeitung zufolge. Auch danach wolle er sich vor allem "um meinen Club" kümmern. Experten rechnen allerdings mit einer neuen Eskalation des Machtkampfes nach dem WM-Turnier in diesem Sommer.

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