Der italienische Fußballverband (FIGC) hat Juventus Turin bei der Neubewertung des Liga-Manipulationsskandals von 2006 eine objektive Prüfung garantiert. "Der FIGC ist überparteiisch. Es ist unsere Pflicht, jeden gleich zu behandeln", versicherte Verbandspräsident Giancarlo Abete Donnerstagabend nach einer Verbandssitzung in Rom.

2006 war Juve der Meistertitel aberkannt und Inter Mailand zugesprochen worden, weil das Sportgericht den Rekordchampion im Liga-Skandal verurteilt hatte. Sollte die Sportjustiz diese Entscheidung korrigieren, würden auch die damaligen Strafen überprüft.

Der FIGC-Chefankläger Stefano Palazzi untersuche bereits, ob sich ausreichende Hinweise zur Wiederaufnahme des Prozesses ergeben, berichtete die "Gazzetta dello Sport" am Freitag. Am Dienstag wird zunächst ein Zivilgericht in Neapel im Prozess gegen den ehemaligen Juve-Manager Luciano Moggi entscheiden, ob die von der Verteidigung vorgebrachten Telefonmitschnitte als Beweismittel zugelassen werden.

Moggis Anwälte hatten Gespräche zwischen dem damaligen Inter-Präsidenten Giacinto Facchetti sowie Club-Besitzer Massimo Moratti mit dem früheren Schiedsrichter-Koordinator Paolo Bergamo vorgelegt. Damit wollen sie beweisen, dass die Moggi zur Last gelegten engen Kontakte zu den Schiedsrichtern in der Liga üblich waren. Für Juve könnte dies bedeuten, dass der italienische Rekordmeister 2006 zu hart bestraft worden sei.

Experten erwarten jedoch keine Neuaufnahme des Skandalprozesses. Dass auch andere Vereinsfunktionäre mit dem Schiedsrichter-Chef in Kontakt standen, war schon 2006 bekannt. Außerdem ergaben die neuen Mitschnitte keine handfesten Beweise für Manipulationen, wie sie Moggi vorgeworfen werden.

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