Johann Hantschk fühlt sich nach eigenen Angaben "geknickt". Der Chef der österreichischen Fußball-Schiedsrichter musste am Sonntag im Horr-Stadion mitansehen, wie ein irreguläres Tor den Schlager zwischen Austria und Sturm Graz zugunsten der Wiener entschied. "Ich habe sofort gemerkt, dass es abseits war", sagte Hantschk über den Treffer von Roland Linz.

Zu dieser Erkenntnis gelangte Assistent Bernhard Zauner erst nach dem Studium der TV-Bilder. "Es ist sehr bedauerlich, dass das einem erfahrenen, Champions League erprobten Mann passiert ist. Er ist gebrochen und wird jetzt auch eine längere Pause bekommen", kündigte Hantschk an.

Der Schiri-Boss rätselt noch immer, wie es zur folgenschweren Fehlentscheidung gekommen sein könnte. Schiedsrichter Dietmar Drabek trifft laut Hantschk keine Schuld. "Er muss andere Dinge beobachten, zum Beispiel, ob im Strafraum ein Foul passiert. Abseits-Entscheidungen sind klar die Aufgabe des Assistenten."

Nach Ausreden wollte der Wiener erst gar nicht suchen. Hantschk hofft nun auf einen ruhigen Verlauf der bevorstehenden englischen Woche.

Die durch das Abseitstor aufkommenden Forderungen nach technischen Hilfsmitteln kann Hantschk nachvollziehen. "Der Videobeweis wäre in diesem Fall ideal gewesen, aber die FIFA will ihn eben nicht. Damit müssen wir leben, und damit ist jede Diskussion müßig."

Eine Spielwiederholung ist laut Hantschk nicht möglich. Das Schuldeingeständnis von Zauner bewertete Bundesliga-Vorstand Pangl positiv, und auch Liga-Präsident und Sturm-Boss Hans Rinner ließ sich davon besänftigen.

Generell sei das Image der Unparteiischen durch die jüngsten Fehlpfiffe ramponiert worden, so Rinner. Als Reaktion wünscht er sich eine bessere Schulung der Schiedsrichter im mentalen Bereich und eine breite Diskussion nach Saisonende.

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