In den Niederlanden wächst die Angst vor schweren Krawallen beim Fußball-Cupfinale zwischen den Erzrivalen Ajax Amsterdam und Feyenoord Rotterdam. Bei Ajax sei sogar ernsthaft erwogen worden, die Spielteilnahme am 25. April im Rotterdamer Stadion "De Kuip" abzusagen, erklärte Clubdirektor Rik van den Boog am Dienstag.

Als Grund nannte er, dass die Gefahr von Angriffen auf Amsterdamer Fans bei einem längeren Aufenthalt in Rotterdam zu groß sein könnten. Man habe sich dann aber entschieden, die zunächst geplante Zahl der mitreisenden Fans von 10.000 auf 7.700 zu verringern. Dadurch könne die Zeitspanne zwischen dem ersten Zug mit Ajax-Fans nach Rotterdam und dem letzten zurückfahrenden Zug um drei Stunden verkürzt werden. "So verringern wir die Risiken", erklärte Van den Boog. "Ich kann zwar keine Garantien geben, aber Ordnungskräfte und Polizei können die Sicherheit bei jetzt nur noch sieben Zügen besser gewährleisten."

Derweil kündigte Rotterdams Bürgermeister Ahmed Aboutaleb umfangreiche zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen für das Stadion und die Stadt an. Derzeit werde geprüft, ab das Endspiel offiziell als "Risiko-Ereignis" eingestuft werden kann und die Polizei damit praktisch Notstandsbefugnisse erhält.

Um Hooligans aus dem Stadion fernzuhalten, werden die Eintrittskarten nur mit namentlicher Registrierung des Käufers abgegeben. Vor "De Kuip" werde es "100-prozentige Identitätskontrollen" geben, kündigte der niederländische Fußballverband KNVB an. Beiden Mannschaften waren jeweils 10.000 Karten zugestanden worden, die sie ebenfalls nur an namentlich bekannte Fans verkaufen durften. In Internetforen kursieren bereits seit Tagen Aufrufe an Fans beider Mannschaften, gewaltsam gegen Anhänger des gegnerischen Clubs vorzugehen.

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