Südafrikas staatliche Krankenhäuser sind nach Einschätzung eines FIFA-Beraters völlig unzureichend auf Notfälle wie eine Massenpanik während der Fußball-Weltmeisterschaft vorbereitet. Die Kliniken hätten keinerlei Vorstellung, wie sie ihre Vorkehrungen im Ernstfall in die Tat umsetzen sollten, sagte der Johannesburger Notfallmediziner Efraim Kramer bei einer Ärztekonferenz.

Sie hätten es versäumt, ihre Kapazitäten etwa in den Notaufnahmen für das Großereignis ausreichend aufzurüsten und das Personal entsprechend zu schulen. "In Wirklichkeit sind die Katastrophenplanungen der Krankenhäuser eine Katastrophe", sagte Kramer, der neben dem Internationalen Fußballverband FIFA auch das südafrikanische WM-Organisationskomitee berät. Deutlich besser vorbereitet seien die international konkurrenzfähigen privaten Krankenhäuser. Ihre Notfallplanungen bezeichnete Kramer als gut.

Allerdings sollen nach Regierungsangaben die staatlichen Kliniken mindestens 70 Prozent der Zusatzbelastung durch die WM stemmen, zu der rund 350.000 ausländische Besucher in Südafrika erwartet werden. Außerdem dürften sie am nächsten an den Stadien liegen, in denen das Fußballturnier ab dem 11. Juni ausgetragen wird. Das Gesundheitsministerium äußerte sich zunächst nicht zu der Kritik.

Im Jahr 2001 waren bei einer Massenpanik im Ellis-Park-Stadion in Johannesburg mehr als 40 Menschen getötet worden. Die Arena wurde allerdings für das Turnier renoviert und muss wie alle zehn WM-Stadien den Sicherheitsrichtlinien der FIFA entsprechen.

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