Die italienische Spielergewerkschaft schlägt Alarm. Wegen der schweren Krise, die Fußballvereine immer stärker belastet, zahlen in dieser Saison nur zwei der insgesamt 22 Serie-B-Klubs regelmäßig ihre Spielergehälter. Nach Angaben der Präsidenten der Fußballergewerkschaft AIC, Sergio Campana, haben in dieser Saison nur zwei Vereine, Sassuolo und Cittadella, regelmäßig die Spielergehälter gezahlt.

Die Fußballer einiger Clubs würden seit Oktober kein Geld mehr bekommen. "Ich fordere ein Einschreiten der Liga und des Fußballverbandes. Wir können diese Situation nicht mehr dulden", sagte Campana nach Angaben der italienischen Sporttageszeitung "Gazzetta dello Sport" am Dienstag.

Die Krise forderte erste "Opfer". Der Ex-AS-Roma-Star Giuseppe Giannini, der den Zweitligisten FC Gallipoli trainiert hatte, warf vor einigen Tagen das Handtuch, weil der Verein seit fünf Monaten ihm und den Spielern keine Gehälter gezahlt hat. "Seit fünf Monaten sehen wir keinen Euro, unter diesen Bedingungen kann ich nicht arbeiten. In der Mannschaft gibt es Spieler, die kein Geld für ihre Familie haben", sagte Giannini. Die Spieler vieler Serie-B-Clubs befänden sich in derselben Situation.

Die italienischen Vereine rechnen mit einem starken Umsatzrückgang wegen der Rezession in Italien. Zwar sind die Einnahmen durch die TV-Übertragungsrechte bis Ende 2010 vertraglich garantiert, Sponsorverträge, Merchandising und Ticketeinnahmen sind wegen der Krise jedoch ernsthaft gefährdet.

"Es gibt einen Riesenunterschied zwischen den sechs Top-Clubs und den anderen. Die großen Vereine werden weiterhin goldene Gehälter zahlen, während die anderen 4.000 Profi-Fußballer in Italien zunehmend Schwierigkeiten haben werden. Schon jetzt zahlen viele Clubs die Spielergehälter mit großer Verspätung oder gar nicht", betonte die AIC.

Unter anderem wegen der Wirtschaftskrise hat die italienische Liga jetzt beschlossen, ab der kommenden Saison das Unterhaus um zwei Teams zu verkleinern. Bislang spielten 22 Vereine in der Serie B. Die Liga befürchtet, dass wegen der Krise mindestens fünf Mannschaften nicht in der Lage sein werden, die Lizenzierungsbedingungen zu erfüllen.

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel