Vor einem Belgrader Gericht hat am Mittwoch ein Prozess gegen 14 Fans des serbischen Fußballclubs Partizan begonnen. Den Angeklagten, von denen sich zwei auf der Flucht befinden, wird angelastet, im September 2009 vor dem Europa-League-Heimspiel von Partizan gegen Toulouse in Belgrad einen französischen Fußball-Fan so schwer verprügelt zu haben, dass der 28-Jährige wenige Tage später verstarb.

Die Angeklagten haben sich wegen schweren Totschlags zu verteidigen, wofür ihnen bis zu 40 Jahre Haft drohen. Vor Beginn des heutigen Prozesses erklärte der Polizeidirektor Milorad Veljovic für den Sender B-92, dass sich einer der flüchtigen Angeklagten, gegen welchen das Verfahren in Abwesenheit läuft, nach Erkenntnissen der Polizei in einem Land in der Region verstecke. Der andere werde im Kosovo vermutet, präzisierte Veljovic.

Nach dem Tod des französischen Fußball-Fans hatten die serbischen Behörden einen entschlossenen Kampf gegen die Ausschreitungen bei den Sportereignissen angekündigt. Letzte Woche wurde ein Fußball-Fan des FC Roter Stern von einem anderen Anhänger desselben Clubs während des Stadtderbys gegen OFK Belgrad durch einen Pistolenschuss schwer verletzt. Der Roter Stern wird die kommenden fünf Partien vor leeren Rängen austragen müssen. Bei einem anderen Fußball-Match in Novi Sad wurde in derselben Woche ein Fotoreporter durch eine brennende Fackel verletzt.

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