Die SV Ried hat ihrem Regisseur Herwig Drechsel bei dessen Heim-Abschied aus der Fußball-Bundesliga mit einem 3:1-Erfolg gegen Austria Kärnten beschenkt. Das Schlusslicht ging zwar durch einen Foulelfmeter von Matthias Dollinger (40.) in Führung, die Oberösterreicher konterten aber durch einen Doppelschlag von Martin Stocklasa (48.) und Florian Sturm (49.). Sturm (73.) besorgte auch den Endstand.

Drechsel war trotz des Erfolgs der tragische Held. Der 36-jährige Kapitän musste in seinem letzten Heimauftritt bereits in der 10. Minute mit einer Oberschenkelverletzung vom Platz. Ob der Routinier, der am Sonntag seinen 401. Liga-Einsatz für die Rieder absolvierte, zum Saisonabschluss gegen die Wiener Austria am kommenden Donnerstag spielen kann, ist ungewiss. Kärnten musste nach drei Remis in Serie wieder eine Niederlage einstecken.

Bereits vor Anpfiff stand Drechsel vor 4.300 Zuschauern in der Rieder Keine Sorgen Arena im Mittelpunkt des Interesses. Vom Vorstand zum Ehrenkapitän auf Lebenszeit ernannt, trat der mit Trainer Paul Gludovatz ein wenig auf Kriegsfuß stehende Mittelfeldmann auch den ersten gefährlichen Freistoß (6.) - und verletzte sich in dieser Aktion. Der Spanier Jonathan, der Ried wie Thomas Burgstaller (zu Sturm) und Rajic im Sommer verlassen wird, kam für Drechsel aufs Feld.

Ried bezahlte eine schwache erste Spielhälfte mit dem Pausenrückstand. Nach einem Latten-Kopfball von Hinum foulte Grasegger im Strafraum den Kärntner Pink, Kärntens Kapitän Dollinger verwertete den Strafstoß sicher. Die Hausherren tauchten in den ersten 45 Minuten nur durch Stefan Lexa (36.) einmal gefährlich vor Andreas Schranz auf, Kärntens Schlussmann war aber auf dem Posten.

Die Führung der Elf von Joze Prelogar, der den Klagenfurtern auch nach dem Abstieg treubleiben wird, währte nach Wiederanpfiff nur kurz. Stocklasa, der nach einer Standardsituation aus kurzer Distanz abstaubte, und Sturm per Kopfball drehten die Partie binnen zwei Minuten. Der noch Vertragsgespräche führende Sturm gab mit seinem zweiten Treffer noch ein weiteres Mal seine Visitenkarte ab. Drechsel erlebte die klare Leistungssteigerung seines Teams mit einem Wikingerhelm "bewaffnet" bereits inmitten der Fans mit. Nach fünf Heimniederlagen im Frühjahr boten die Innviertler ihren Fans damit einen versöhnlichen Saisonabschluss.

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