Nach über eineinhalbjähriger Abwesenheit ist Martin Harnik für das Testspiel am Mittwoch in Klagenfurt gegen Kroatien in den Kreis der österreichischen Nationalmannschaft zurückgekehrt. Der 15-fache Internationale (2 Tore) verletzte sich beim 1:1 im Oktober 2008 auf den Färöern und durchlebte dann eine schwierige Phase, ehe er sich einen Vertrag beim VfB Stuttgart und das ÖFB-Comeback erspielte.

"Es ist eine Freude und Ehre, wieder dabei zu sein. Ich sehe es als Bonus für meine eigene Leistung. Es gibt viele neue Gesichter in der Mannschaft. Aber das ist eine junge Truppe, da ist es leicht, sich zu integrieren", erklärte der 22-Jährige, der schon im März gegen Dänemark dabei gewesen wäre, damals allerdings wegen des engen Terminplans von Fortuna absagen musste. Harnik versuchte, sich über die vergangenen Länderspiele so gut wie möglich zu informieren. "Doch 2009 war ein schwieriges Jahr für mich, da habe ich viel Konzentration auf meine eigene Person legen müssen."

Nachdem er seine langwierige Knöchelverletzung überwunden hatte, kam Harnik bei Werder Bremen nicht zum Zug und sollte zu Beginn der vergangenen Saison sogar zum Rechtsverteidiger umfunktioniert werden. "Das war ein schleichender Prozess, weil ich aus der Not heraus ein, zwei Mal auf dieser Position eingesetzt wurde. Dann hat der Trainer gemeint, ich soll mich auf diese Position umschulen lassen. Aber die Geduld war nicht groß, wenn man von Umschulung spricht und dann nach sechs Wochen die Reißleine zieht." Eine Rückkehr in die Abwehr ist für den flinken Offensivspieler mittlerweile ausgeschlossen. "Diese Position kann ich streichen."

Harnik wechselte im August 2009 kurz vor Transferschluss nach Düsseldorf, wo er auf seiner angestammten Position als Stürmer zu alter Stärke fand - 13 Tore in 30 Partien ebneten den Weg zu einem Dreijahresvertrag beim Europa-League-Teilnehmer Stuttgart. "Mein großes Ziel ist es, mich in die VfB-Mannschaft zu kämpfen. Ich habe jetzt meine erste volle Profi-Saison hinter mir, die ist gelungen. Also komme ich mit einem anderen Status, diesmal als Profi und nicht als Nachwuchsspieler", sagte der gebürtige Hamburger.

Sein noch immer bei Werder Bremen unter Vertrag stehender ÖFB-Kollege Sebastian Prödl kam im Gegensatz zu Harnik im vergangenen Spieljahr nur äußerst selten zum Einsatz. "Er hat mit Mertesacker und Naldo zwei Innenverteidiger mit internationaler Klasse vor sich. Aber wenn er eingesetzt worden ist, hat er solide gespielt. Er ist ein wichtiger Bestandteil der Mannschaft", sagte Harnik über den Steirer.

So wie Prödl ist auch Harnik mit seinen 22 Jahren bei weitem nicht der Jüngste im aktuellen ÖFB-Aufgebot. "Es ist schon auffällig, wie jung das Team ist und wie viele Debütanten es gegeben hat. Aber der Trainer holt niemanden, weil er ihm sympathisch ist, sondern weil er Leistung gebracht hat", betonte Harnik.

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