Die heimischen Schiedsrichter sind dazu angehalten, in der kommenden Saison noch einmal härter durchzugreifen. Der ÖFB und die Bundesliga haben dafür drei Schwerpunkte formuliert, in die auch Erfahrungen aus der abgelaufenen WM in Südafrika eingeflossen sind. "An oberster Stelle steht die Gesundheit der Spieler", erklärte Johann Hantschk, der Vorsitzende des Schiedsrichterkomitees der Bundesliga.

Die drei Schwerpunkte sind ab sofort in den Profi-, aber auch in allen Amateurligen umzusetzen, betonte der ÖFB am Montag. Es geht dabei einerseits darum, grobe Tacklings unabhängig davon, ob der gefoulte Spieler auch getroffen wird, mit der Roten Karte zu bestrafen, andererseits sind auch Vergehen mit Armen und Ellbogen - insbesondere in Luftkämpfen und Laufduellen - strenger zu ahnden. Als dritten Punkt sollen die Referees auch nach Unmutsäußerungen der Spieler in Zukunft härter durchgreifen.

"Brutale Attacken haben auf den Spielfeldern nichts verloren", erinnerte Hantschk. "Wir wollen in erster Linie die Spieler vor Verletzungen schützen, andererseits auch die Schiedsrichter und Assistenten vor unzumutbaren Unmutsäußerungen." Die neuen Vorgaben wurden den Schiedsrichtern, Assistenten und Beobachtern für den Bundesliga-Bereich bereits am vergangenen Wochenende während eines dreitägigen Vorbereitungscamps im Bundessport- und Freizeitzentrum Obertraun mit auf den Weg gegeben.

Die drei neuen Schwerpunkte für Schiedsrichter im österreichischen Fußball im Wortlaut:

1.) Ein Spieler, der im Kampf um den Ball von vorne, von der Seite oder von hinten mit einem oder beiden Beinen in einen Gegner hineinspringt und/oder seine Stollen beim Tackling so einsetzt, dass diese über den Ball geführt werden und nach Wahrnehmung des Schiedsrichters durch diese übermäßige Härte die Gesundheit des Gegners gefährdet, begeht ein grobes Foul und ist mit der Roten Karte zu bestrafen. Dies gilt sinngemäß auch, wenn der attackierte Spieler durch Wegspringen verhindert, getroffen zu werden.

2.) Gegen den unerlaubten Einsatz von Armen und Ellbogen und die damit verbundene Rücksichtslosigkeit oder auch Verletzungsabsicht ist rigoros vorzugehen. Insbesondere in Luftkämpfen oder Laufduellen dürfen Arme und Ellbogen nicht als "Waffen" eingesetzt werden. Die Spieler müssen sich auf dem Spielfeld sicher fühlen.

3.) Es wird erwartet, dass die Spieler die Entscheidungen des Schiedsrichterteams respektieren. Die Schiedsrichter müssen konsequent durchgreifen, wenn Spieler ihren Unmut dem Unparteiischen gegenüber deutlich mit Worten oder Gesten Ausdruck verleihen.

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