Die Jubiläumssaison des FK Austria Wien, der 2011 sein 100-jähriges Bestehen feiert, beginnt am Donnerstag im Horr-Stadion mit dem Zweit-Runden-Hinspiel zur Qualifikation der Europa League und einem Verlustgeschäft. Weil am 3. Dezember gegen Athletic Bilbao ein paar hundert Zuschauer für Ausschreitungen gesorgt hatten, bleibt die Arena in Favoriten gegen NK Siroki Brijeg für Zuschauer geschlossen.

"Die Begeisterung nach der WM ist groß, wir hätten mit an die 10.000 Besucher gerechnet. So rechne ich jetzt mit einem Verlust von 150.000 bis 170.000 Euro. Der Betrag setzt sich aus dem ausfallenden Einnahmen aus Kartenverkauf, Gastronomie und Fanshop zusammen", erklärte der violette AG-Vorsand Markus Kraetschmer einen Tag vor dem "Geisterspiel" gegen den Vizemeister aus Bosnien-Herzegowina.

Das Public Viewing, das die Austrianer auf dem Parkplatz hinter der Osttribüne ins Auge gefasst hatten, kam nicht zustande, weil der Europa-Verband keine Erlaubnis dazu erteilt hat. "Das wurde aus Sicherheitsgründen abgelehnt", erzählte Kraetschmer, der erst am Montag von der UEFA ein Fax erhalten hatte, was man bei einer Stadion-Sperre darf und was nicht. "Etwaige Provokationen werden wir unterlassen", antwortete der Manager auf Fragen, ob es via Lautsprecher Torjubelschreie oder Durchsagen geben werde.

In dem UEFA-Schreiben sind die genauen Kriterien angeführt, wer das Stadion betreten darf. Zu den Auserwählten zählen maximal 75 Personen inklusive Spieler pro Delegation, akkreditierte Journalisten, Polizisten, Sicherheitspersonal und Personen, die für die Infrastruktur zuständig sind. Den Gästen stehen darüber hinaus bis zu 200 Karten der Top-Kategorie für VIPs zu. "Dafür hat Siroki Brijeg bis jetzt aber nicht angefragt", bemerkte Kraetschmer.

Die Austria-Delegation setzt sich u.a. aus Mitgliedern des Präsidiums, des Verwaltungsrates, des AG-Aufsichtsrates und der wichtigsten Sponsoren zusammen. Dreimal zwei Tickets wurden unter Abonnenten und Mitgliedern verlost. In dem Fax der UEFA wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass Austria ein zweites "Geisterspiel" austragen muss, sollte es in den kommenden zwei Jahren zu kleinsten Verfehlungen kommen.

"Diese auf Bewährung ausgesprochene Sperre schwebt wie ein Damoklesschwert über uns. Wir haben Verständnis für Emotionen, aber gegen Athletic Bilbao ist die Grenze überschritten worden", appellierte Kraetschmer schon vor einem etwaigen Aufstieg an die Vernunft der Fans. Die 20.000 Euro Geldstrafe, die die UEFA nach dem Skandalspiel verhängt hatte, wurde bereits beglichen, die vom Verein damals verhängten Stadion-Verbote für 32 Krawallmacher sind nach wie vor aufrecht.

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel