Wegen Abgabenhinterziehung sind am Donnerstag der geschäftsführende Präsident und der Obmann des Erste-Liga-Vereins WAC/St. Andrä verurteilt worden. Der Präsident erhielt 100.000 Euro Geldstrafe, der Obmann 20.000. Zusätzlich muss der Verein 100.000 Euro zahlen. Die beiden hatten bei den Überweisungen an die Spieler 100.000 Euro Lohnsteuer und Sozialversicherungsbeiträge nicht abgeführt.

Beide bekannten sich vor Richter Manfred Herrnhofer schuldig, das Urteil ist nicht rechtskräftig. "Mir tut's leid, dass es passiert ist. Aber ich habe schon gewusst, dass keine Lohnkonten für alle Spieler vorhanden waren", so der 48-jährige Obmann des Fußballvereines. Der Erstangeklagte, der 44-jährige Präsident, ist erfolgreicher Unternehmer und hat dennoch keine vorschriftsmäßigen Lohnkonten für die Spieler und Mitarbeiter des Vereins im Zeitraum von 2004 bis 2009 angelegt. Durch eine anonyme Anzeige und eine Betriebsprüfung flog die Sache auf.

Bis zum Jahre 2003, in dem der 44-jährige Kärntner als geschäftsführender Präsident in den Verein eingetreten ist, wurde nur eine Einnahmen-Ausgaben-Rechnung geführt, die vom Obmann kontrolliert wurde. Mit zunehmendem sportlichem Erfolg der Mannschaft änderte sich auch die wirtschaftliche Situation und demnach hätte, so die Staatsanwaltschaft, eine ordnungsgemäße Buchhaltung geführt werden müssen.

"Es wurde überall verkündet, dass bis zur Regionalliga sowieso keine Steuerprüfung erfolgt", rechtfertigte der Clubpräsident die Vorgangsweise. Herrnhofers Konter: "Weil die, die es auch machen, noch nicht hier im Gericht waren. Soweit zum Idealismus im Fußball." Beide beteuerten, das einbehaltene Geld sei ausschließlich dem Verein zugutegekommen und habe nicht - wie von der Staatsanwaltschaft angeklagt - der persönlichen Bereicherung gedient.

Der Richter glaubte den beiden diese Argumentation, womit der Vorwurf des gewerbsmäßigen Betrugs gegenstandslos war und der Schöffensenat lediglich Geldstrafen verhängte. Der Präsident erbat Bedenkzeit, der Obmann nahm das Urteil an.

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