Ausgerechnet vor dem Spiel gegen seine Wahlheimat England bangt Andreas Weimann bei der Fußball-U19-EM um seine Fitness. Der seit 2007 bei Aston Villa unter Vertrag stehende 18-jährige Wiener hat sich am Freitag beim ersten Training in Frankreich eine leichte Knieverletzung zugezogen. Teamchef Andreas Heraf hofft, dass sein schneller Stürmer bis zum Auftakt-Match gegen England einsatzbereit ist.

Denn Weimann brennt auf das Duell mit den jungen "Three Lions" ganz besonders. "England hat eine gute Mannschaft. Aber wir haben sicher die Chance, dass wir sie schlagen. Wir brauchen uns nicht verstecken. Beide Teams sind offensiv ausgerichtet, das sollte ein gutes Spiel werden", meinte Weimann im APA-Gespräch. Mit Stürmer Nathan Delfouneso und Innenverteidiger Nathan Baker spielen zwei Aston-Villa-Kollegen für Englands U19, Baker wäre sogar Weimanns direkter Gegenspieler.

Klar, dass Weimann den Teamchef mit einigen Infos über die Engländer versorgt hat, schließlich kennt der Ex-Rapidler zahlreiche weitere Kicker aus direkten Duellen in England. Weimann hat seine Torjägerqualitäten in den vergangenen Saisonen eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Er hat den Club aus Birmingham zum U18-Titel sowie zur Meisterschaft in der Liga der Premier-League-Reserve-Teams geführt, nun darf er erstmals von der echten Premier League träumen.

Cheftrainer Martin O'Neill ("Er spricht abseits des Platzes so gut wie gar nicht mit den Spielern") lässt Weimann seit knapp zwei Wochen die Vorbereitung der Kampfmannschaft mitmachen. Weimann liebäugelt mit dem einen oder anderen Match auf der Ersatzbank der Ersten oder einem Einsatz in einem Cup-Bewerb. Die Konkurrenz in der Offensive ist mit John Carew, Emile Heskey, Gabriel Agbonlahor und Delfouneso allerdings namhaft und hochklassig, deswegen könnte Weimann für die kommende Saison auch in die Championship oder League One verliehen werden.

Eine Rückkehr nach Wien-Hütteldorf ist kein Thema. "Ich war immer schon Rapid-Fan. Aber ich will mich in England durchsetzen. England und Fußball, das passt einfach zusammen." Die EM in Frankreich wäre ohnehin die beste Chance, sich in die Notizbücher zahlreicher Scouts zu spielen. Dort steht David Alaba längst. Dass er Österreich bei der U19-EM unterstützt, empfindet Weimann als "Ansporn für die ganze Mannschaft". "Alaba kennt man sogar in England überall, er hat mit 17 in der Champions League gespielt. Er ist ein super Spieler und ein super Typ."

Einen Gesprächspartner aus der Heimat wird Weimann in der neuen Saison in England vermissen: Stefan Maierhofer. Die beiden Stürmer trafen einander in den vergangenen Monaten stets mindestens einmal pro Woche, nun verlässt der bei Wolverhampton (nur 30 Autominuten von Birmingham entfernt) nicht zum Zug gekommene Maierhofer wieder die Premier League. "Maierhofer hat nie eine wirkliche Chance bekommen. Trotzdem ist er für mich ein Vorbild, was man mit Einsatz erreichen kann", meinte Weimann über den oft belächelten "Langen".

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