Ein ganzes Nationalteam könnte Österreichs Fußball-Teamchef Didi Constantini allein aus Legionären in der deutschen Bundesliga zusammenstellen. Nachdem Verteidiger Christian Fuchs am Montag leihweise von Absteiger Bochum zu Mainz 05 gewechselt ist, stehen einen Monat vor Bundesliga-Beginn 14 österreichische Spieler bei Clubs der ersten deutschen Liga im Profikader - so viele wie noch nie.

In der vergangenen Saison waren mit Sebastian Prödl (Werder Bremen), Christian Fuchs (VfL Bochum), Ümit Korkmaz (Eintracht Frankfurt), Andreas Ivanschitz (FSV Mainz 05), Andreas Ibertsberger (1899 Hoffenheim), David Alaba (Bayern München) und Clemens Walch (VfB Stuttgart) sieben österreichische Legionäre in der ersten deutschen Liga im Einsatz.

Alaba schaffte dabei sogar den Aufstieg bei Champions-League-Finalist Bayern München. Trainer Louis van Gaal machte den damals 17-Jährigen am 6. März 2010 zum jüngsten Bayern-Spieler der Bundesliga-Geschichte und vertraute auch im Champions-League-Achtelfinale gegen Fiorentina auf den Wiener. Der 23-jährige Tiroler Clemens Walch debütierte am 4. Oktober 2009 für Stuttgart und absolvierte zwei Bundesliga-Partien für den Europa-League-Starter.

Im Sommer sind auch Emanuel Pogatetz (von Middlesbrough zu Hannover 96), Erwin "Jimmy" Hoffer (von SSC Napoli zu 1. FC Kaiserslautern), Marko Arnautovic (von Twente Enschede bzw. Inter Mailand zu Werder Bremen) und Rubin Okotie (von Austria Wien zum 1. FC Nürnberg) nach Deutschland gewechselt. Dazu ist Martin Harnik von Zweitligist Fortuna Düsseldorf zu Erstligist VfB Stuttgart transferiert worden und Torhüter Ramazan Özcan von Besiktas Istanbul zu 1899 Hoffenheim zurückgekehrt, nachdem die Türken die Kaufoption nach einem halbjährigen Leihvertrag nicht gezogen haben. Dazu kommt Marco Knaller, dritter Torhüter bei Kaiserslautern.

Die bisherige Höchstmarke wurde in den Saisonen 1996/97 (Andreas Herzog, Toni Polster, Wolfgang Feiersinger, Heimo Pfeifenberger, Markus Schopp, Harald Cerny, Franz Wohlfahrt, Stefan Marasek, Michael Wagner) und 1999/2000 (Herzog, Cerny, Wohlfahrt, Feiersinger, Christoph Westerthaler, Martin Stranzl, Christian Prosenik, Marcus Pürk, Markus Weissenberger) mit jeweils neun Österreichern in der höchsten Spielklasse erzielt.

Die österreichschen Legionäre in der 1. deutschen Bundesliga 2010/11 (Stand: 19.7.2010) David Alaba (Bayern München), Sebastian Prödl, Marko Arnautovic (beide Werder Bremen), Martin Harnik, Clemens Walch (beide VfB Stuttgart), Andreas Ivanschitz, Christian Fuchs (beide FSV Mainz 05), Ümit Korkmaz (Eintracht Frankfurt), Andreas Ibertsberger, Ramazan Özcan (beide 1899 Hoffenheim), Emanuel Pogatetz (Hannover 96), Rubin Okotie (1. FC Nürnberg), Erwin Hoffer, Marco Knaller (beide 1. FC Kaiserslautern)

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