Mit der Roten Laterne und einem Negativrekord im Gepäck kommt der LASK am Samstag (18.30 Uhr) in der dritten Runde der Fußball-Bundesliga zum insgesamt 52. OÖ-Derby zur SV Ried. Die Linzer sind die erste heimische Mannschaft, die seit Einführung der Drei-Punkte-Regel 1995/96 neun Tore in den ersten zwei Runden einer Saison kassierte. Außerdem stehen sie nach zwei Niederlagen noch ohne Punkt da.

Aus der jüngsten 3:4-Heimniederlage gegen die Wiener Austria schöpfen die Athletiker dennoch Hoffnung. "Da hat meine Mannschaft trotz Rückstands nie aufgegeben. Die Einstellung war in Ordnung, die Spieler haben sich nicht hängen lassen und versucht, das Spiel zu drehen. Das stimmt mich für Ried zuversichtlich", sagte LASK-Trainer Helmut Kraft, der in dieser Woche das 3:4 anhand von Video-Analysen und Einzelgesprächen aufgearbeitet hatte. Dabei mussten Metz und Co. ihre Fehler selbst aufzeigen.

"Jetzt wissen sie genau, was ich von ihnen erwarte und dass sie sich wieder auf ihre Stärken und Qualitäten konzentrieren müssen", meinte der 52-Jährige, der auch den Psychologen spielte. Mit "Aufklärung" und Optimismus allein wird kein Spiel gewonnen, dazu braucht es mehr. Vor allem in der löchrigen Abwehr, in der der noch gesperrte Pablo Chinchilla-Vega abgeht. Die Variante, vielleicht Rene Aufhauser in die Innenverteidigung zurückzuziehen, wird es nicht geben. "Dann müsste ich wieder im Mittelfeld eine Lücke füllen", meinte Kraft, der am Personal nicht viel ändern will.

Sein Kollege Paul Gludovatz sieht seine Rieder nicht im Vorteil. "Wir sind auf keinen Fall Favorit. Das ist eine 50:50-Partie. Unser Umfeld ist so klein, dass wir den Großen nur ein Haxl stellen können", meinte der Burgenländer, der mit über 7.000 Zuschauern ein volles Haus erwartet, bescheiden. Die Linzer hätten nichts zu verlieren, seien in der psychisch etwas leichteren Position. "Vielleicht wird der Glücklichere gewinnen", glaubt der 64-Jährige, der hofft, dass seine Spieler treffen, sich Chancen erspielen oder aus Standards erarbeiten.

Die Hausherren wollen die 0:3-Heimniederlage zum Auftakt gegen Sturm Graz vergessen machen. Das 4:1 vor einer Woche in Mattersburg war der erste Auswärtssieg seit November 2009 (21.11. gegen Sturm Graz 2:0) und ein Schritt zur Wiedergutmachung, ein zweiter soll nun vor eigenem Publikum folgen. Die Hausherren haben Aufholbedarf, gelangen doch in diesem Jahr erst vier Siege, denen bei zwei Remis 13 Niederlagen gegenüberstehen. "Siege sind zwar leistungsfördernd, bergen aber auch einen Grenzgang zur Überheblichkeit in sich. Das darf nicht einreißen", so Gludovatz.

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