Nach dem verkorksten Start in die Fußball-Bundesliga ist dem SV Mattersburg vor dem Auftritt am Samstag in der Obersteiermark wohl nur noch eine Referenz geblieben - jene des Angstgegners von Kapfenberg. Aus den vergangenen fünf Duellen holten die Burgenländer nicht weniger als 13 Punkte, die Gesamtbilanz im Oberhaus steht aus SVM-Sicht bei fünf Siegen, einem Remis und zwei Niederlagen.

Geht es nach Kapfenberg-Trainer Werner Gregoritsch, dann soll diese Statistik umgehend zugunsten der "Falken" korrigiert werden. "Wir haben schon lange nicht mehr gegen Mattersburg gewonnen. Damit sich das ändert, müssen wir erfrischenden Fußball spielen", forderte der Steirer, dessen Truppe die Saison mit einem 0:0 gegen Salzburg und einem 0:2 gegen Sturm Graz eröffnete.

In der Offensive herrschte bei den Kapfenbergern bisher Ladehemmung, was wiederum die Hoffnung von Franz Lederer nährt. "Hinten stehen sie kompakt, aber gegen uns müssen sie gewinnen. Unsere mentale Situation ist vielleicht einfacher, weil Kapfenberg vor einem Muss-Sieg steht", vermutete der Mattersburg-Coach.

Dieser Ansicht wollte sich Gregoritsch nicht anschließen. "Wir wollen natürlich siegen, aber wenn es nicht gelingt, bricht die Welt auch nicht zusammen. Und Muss-Siege gibt es meiner Meinung nach erst gegen Ende der Meisterschaft im April oder Mai", sagte der 52-Jährige.

Die Frage nach der Favoritenrolle bereitet Gregoritsch weit weniger Kopfzerbrechen als die schwere Verletzung seines Stürmers Srdan Pavlov, der wegen eines Knöchelbruchs bis Jahresende ausfällt. "Wir stehen vor einer neuen Situation, weil wir mit ihm einen guten Kopfballspieler verloren haben. Jetzt müssen wir unser Offensivspiel umstellen."

Sollte es mit einem Kapfenberger Sieg klappen, würde bei Mattersburg der Erklärungsbedarf nach den Niederlagen gegen die Austria (0:2) und Ried (1:4) noch größer werden. Im Frühjahr funktionierte der Einbau von jungen Spielern wohl auch dank der Tabellensituation mit Austria Kärnten als abgeschlagenem Schlusslicht relativ problemlos, in dieser Saison jedoch kamen die Youngster noch nicht in Schuss. "Die Jungen denken im Moment vielleicht zu viel nach. Aber auch, wenn es jetzt nicht so gut funktioniert, werden wir nicht alles überdenken, was wir vorher für gut befunden haben", betonte Lederer.

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