Joseph Blatter, der Präsident des Fußball-Weltverbandes FIFA, hat am Mittwoch während seines Besuchs in Singapur abermals bestätigt, dass sich das International Football Association Board (IFAB) in seiner turnusmäßigen Sitzung mit der Möglichkeit der Einführung einer Torkamera als Hilfsmittel für die Schiedsrichter beschäftigen werde.

Der IFAB, der für das Reglement und Innovationen zuständig ist, habe einige Firmen zur Präsentation ihrer Technologie eingeladen. "Das Thema ist auf dem Meeting im Oktober in Wales auf der Tagesordnung", erklärte der Schweizer, der seine Meinung zu technischen Hilfsmitteln, wie die Überwachung der Torlinien, nicht geändert hat: "Wenn es ein einfaches und fehlerfreies System gibt, werden wir dieses nützen. Aber das Problem ist, dass es eine derartige Anlage noch nicht gibt." Verbesserte Systeme soll es schon geben. Der 74-Jährige lud alle Firmen ein, ihre Entwicklungen vor dem Board zu präsentieren.

Neben der möglichen Einführung technischer Hilfsmittel, die nach Fehlentscheidungen der Referees während der WM in Südafrika wieder Thema geworden ist, äußerte sich Blatter in Singapur auch zu heftigen Kritiken seitens vieler Vereine über die Termine freundschaftlicher Länderspiele in der Vorbereitung bzw. wenige Tage vor Beginn der nationalen Ligen. Die Clubs sollten sich nicht an die FIFA, sondern ihre nationalen Verbände wenden, meinte dazu der FIFA-Chef.

"Im Jahr gibt es nur zwei FIFA-Termine für Freundschaftsspiele, aber das heißt nicht, dass die Länder diese auch nützen müssen. Die Mannschaften könnten ja auch die zweite oder dritte Garnitur einsetzen, niemand zwing sie, die besten Spieler aufzubieten", konterte Blatter, der außerdem darauf hinwies, dass der FIFA-Kalander schon vor acht Jahren mit Michel Platini zusammengestellt worden sei. "Er war ein Spieler und Trainer und er ist jetzt UEFA-Chef." Der Franzose kenne die Thematik aus allen Blickwinkeln.

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