Im spanischen Fußballskandal um den Erstliga-Aufstieg von Hercules Alicante hält die Justiz ihre Beweismittel weiter unter Verschluss. Der zuständige Ermittlungsrichter Jose Luis de la Fuente lehnte in zweiter Instanz den Antrag der Staatsanwaltschaft ab, die Aufnahmen abgehörter Telefongespräche den Sportverbänden zur Verfügung zu stellen.

Aus den Gesprächen soll laut Medienberichten hervorgehen, dass Alicantes Mehrheitsaktionär Enrique Ortiz in der vergangenen Saison versuchte, zur Sicherung des Aufstiegs vier Zweitliga-Rivalen zu bestechen. In einem Fall soll der Unternehmer damit Erfolg gehabt haben. Die Justiz stellte ihre Ermittlungen in dieser Sache ein, da Schiebung im Sport nach spanischem Recht nicht strafbar ist.

Der Richter lehnte eine Herausgabe der Tonbänder laut Zeitungsberichten vom Mittwoch mit der Begründung ab, dass damit die Privatsphäre des Hecules-Bosses verletzt werden würde. Der Schutz der Privatsphäre sei ein Grundrecht. Dieses dürfe nicht geopfert werden, nur damit gegen Alicante sportliche Sanktionen verhängt werden könnten.

Ein Zusammenschluss von Anhängern des Zweitligisten Betis Sevilla startete den Versuch, die Welt- und Europa-Verbände FIFA und UEFA einzuschalten. Er begründete seinen Vorstoß damit, dass der spanische Fußballverband (RFEF) sich bisher völlig passiv verhalten und keine Anstalten unternommen habe, den Skandal aufzuklären.

Betis Sevilla war in der vergangenen Saison im Kampf um den Aufstieg knapp gescheitert. Der Traditionsclub verlangt einen Platz in der Primera Division für den Fall, dass sich die Vorwürfe gegen Hercules bestätigten.

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