Im spanischen Fußball-Skandal um Erstliga-Aufsteiger Hercules Alicante bleiben die Tonbandaufnahmen abgehörter Telefongespräche definitiv unter Verschluss. Nach der Entscheidung eines Berufungsgerichts in Alicante darf die Justiz ihr Beweismaterial nicht dem Fußballverband (RFEF) zur Verfügung stellen. Gegen das Urteil ist nach Medienberichten vom Freitag kein weiterer Einspruch möglich.

Aus den abgehörten Gesprächen soll hervorgehen, dass Alicantes Mehrheitsaktionär Enrique Ortiz in der vergangenen Saison versuchte, zur Sicherung des Aufstiegs vier Zweitliga-Rivalen zu bestechen. In einem Fall soll der Unternehmer damit Erfolg gehabt haben. Die Justiz stellte ihre Ermittlungen in dieser Sache ein, da Schiebung im Sport nach spanischem Recht nicht strafbar ist. Der RFEF leitete mittlerweile eigene Ermittlungen ein. Ohne die Tonbandaufnahmen fehlt jedoch brauchbares Beweismaterial.

Das Berufungsgericht bestätigte die Entscheidung des zuständigen Untersuchungsrichters. Dieser hatte eine Herausgabe der Tonbänder mit der Begründung abgelehnt, dass damit die Privatsphäre des Hercules-Bosses verletzt würde. Damit schwinden die Chancen von Betis Sevilla, anstelle von Hercules einen Platz in der Primera Division zu erhalten. Die Südspanier waren in der vergangenen Saison im Kampf um den Aufstieg knapp gescheitert.

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