Der Streit um die Einführung des sogenannten Fan-Ausweises zum Saisonstart der italienischen Fußball-Ligen an diesem Wochenende ist eskaliert. Rund 500 gewaltbereite Anhänger des Zweitligisten Atalanta Bergamo haben nach einer Rede von Innenminister Roberto Maroni auf einem Fest in der Nähe von Bergamo aus Protest gegen die Fan-Karte randaliert.

Sie griffen am späten Mittwochabend Polizisten an, zündeten Feuerwerkskörper und setzten zwei Polizeifahrzeuge sowie drei weitere Autos in Brand. Einige Polizisten wurden verletzt. Fünf Randalierer nahmen die Beamten fest.

Innenminister Maroni verurteilte die Ausschreitungen als "inakzeptabel" und kündigte "harte Strafen" an. "Diese Leute können den Besuch eines Stadions für lange Zeit vergessen", sagte Maroni, der die Einführung des Fan-Ausweises bereits vor einem Jahr auf den Weg gebracht hatte. "Wer Molotow-Cocktails wirft, ist ein Terrorist", meinte Maronis Ministerkollege Roberto Calderoli.

Er sei selbst Atalanta-Fan und bewundere die "Ultras" für ihre Fußball-Leidenschaft, betonte Calderoli. "Man kann jedoch nicht akzeptieren, dass 200 Dummköpfe die Polizei und andere Fans angreifen und damit Bergamos Ruf ruinieren", sagte der Politiker.

Als Reaktion auf die Ausschreitungen verboten die Behörden den Atalanta-Fans ohne Fan-Ausweis die Mitreise zum Auswärtsspiel ihres Clubs am Samstag in Varese. Mit Hilfe der persönlichen Daten der Fans auf ihrer "Tessera dei Tifosi" wollen die Behörden die Fußball- Anhänger in den Stadion besser kontrollieren. So sollen Randalierer leichter identifiziert und durch den Entzug ihres Fan-Ausweises effektiver aus den Stadien ferngehalten werden können.

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