Etwa 98 Prozent der Fußballfans sind friedlich, darin sind sich Experten sicher. Um neue Taktiken zum Schutz vor Hooligans und Kriminellen auszumachen, fand das Sicherheitstreffen, das die Champions League und die Europa League-Gruppenphase behandelte, erstmals in Wien statt.

"Wir freuen uns sehr darüber, dass wir nicht nur Gastgeber sein dürfen, sondern unsere positiven Erfahrungen mit der EURO weitergeben können", erklärte Innenministerin Fekter.

Bei dem Sicherheitstreffen, das erstmals 2001 in Amsterdam stattfand, saßen Vertreter der Exekutive, der UEFA, der Vereine und der Politik an einem Tisch, um in Workshops und Diskussionen die Sicherheit der Fußballbegeisterten, auch anlässlich der kommenden Europameisterschaft in Polen und der Ukraine, zu verbessern. Österreich will sein Know-how weitergeben. Die Anwendung Dialog-Deeskalation-Durchgreifen hätte auch international große Anerkennung gefunden. "Unsere 3D-Philosophie war sehr erfolgreich. Wir werden alle nötigen Informationen darüber weiterreichen", so Fekter.

Die belgische Innenministerin Annemie Turtelboom, deren Land im Moment die EU-Ratspräsidentschaft innehat, erklärte, dass ihr das Thema wichtig sei, "weil unser Land selbst die Katastrophe in Heysel erleben musste". Vor 25 Jahren waren beim Meistercup-Endspiel zwischen Juventus Turin und dem FC Liverpool im Brüsseler Heysel-Stadion insgesamt 39 Menschen ums Leben gekommen.

Es müsse mehr Vereinbarungen und Standards auf europäischer Ebene geben. Projekte zu bilateraler Polizei-Kooperation wolle die EU unterstützen. Dazu sei nicht nur eine entsprechende Infrastruktur in und um das Stadion wichtig, sondern auch eine funktionierende Kommunikation zwischen Polizei, Feuerwehr und Ambulanz.

Joseph Mifsud, Vizepräsident der UEFA, möchte künftig mehr Frauen und Kinder auf den Tribünen sehen. "Damit ein Match ein Ausflug für die ganze Familie sein kann, muss es sicher sein." Dies sei nur möglich, wenn es eine Zusammenarbeit aller Veranstalter mit der Politik, sowohl auf lokaler als auch auf EU-Ebene, gibt. Doch Tragödien wie in Heysel oder bei der Loveparade könnten nicht vollständig ausgeschlossen werden. "Trotzdem tun wir alles, um ein solches Desaster so gut wie möglich auszuschließen", beteuerte Mifsud.

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