Österreichs Fußball-Nationalteam hat den Auftakt in EM-Qualifikationsgruppe A am Freitag in Flachau vor dem Fernseher verfolgt. Die Aufschlüsse sind unterschiedlich: Vor Dienstag-Gegner Kasachstan darf das ÖFB-Team nach dessen 0:3-Heimpleite gegen die Türkei keine Angst haben. Dafür überzeugte Belgien trotz der 0:1-Niederlage gegen Top-Favorit Deutschland mit einer spielerisch starken Leistung.

"Die Belgier haben unglücklich verloren. Sie waren sehr stark und haben gezeigt, dass man den Deutschen zusetzen kann", erklärte Verteidiger Emanuel Pogatetz. "Ich hoffe, dass wir auch auf diesem Level spielen können." Die Belgier sind am 12. Oktober in Brüssel dritter Gegner des ÖFB-Teams nach den Außenseitern Kasachstan und Aserbaidschan - und neben der Türkei einer der beiden möglichen Konkurrenten um den zweiten Gruppenplatz.

"Auch die Türken haben vorgelegt, jetzt müssen wir nachlegen", meinte Hannover-Legionär Pogatetz. "Natürlich sind wir gegen Kasachstan klarer Favorit." Mit Ausnahme des jungen Verteidigers Sergej Karimow vom VfL Wolfsburg, der bisher hauptsächlich bei den Amateuren zum Einsatz gekommen ist, verdienen alle kasachischen Teamspieler ihr Geld in der heimischen Liga. Das Team wurde bereits am Samstagnachmittag in Salzburg erwartet.

Die ÖFB-Equipe erhielt unterdessen in Flachau beim verregneten Vormittagstraining Besuch von Salzburgs Landeshauptfrau Burgstaller. Diese stellte sich mit einem überdimensionalen, vierblättrigen Kleeblatt mit der Aufschrift "EM 2012" - dem großen Fernziel der beginnenden Qualifikation - ein, erhielt dafür ein von allen Teamspielern signiertes ÖFB-Trikot.

Auch die gute Stimmung im Camp war Burgstaller nicht entgangen. "Ich wünsche dem Team, dass sich Salzburg als guter Boden für den Start in die EM-Qualifikation erweisen wird", betonte die Landeshauptfrau. Bisher war das fast immer der Fall gewesen. Von bisher neun Länderspielen in der Mozartstadt hat das ÖFB-Team acht gewonnen, davon alle fünf Bewerbsspiele.

Seit 1996 war - bedingt durch den in Wals-Siezenheim installierten Kunstrasen - allerdings kein Länderspiel mehr in Salzburg ausgetragen worden. Die Entscheidung zum Wechsel auf Naturrasen im Sommer sei demnach eine richtige gewesen, meinte Burgstaller. Länderspiele würden "die Bedeutung des Sport-Standortes Salzburg unterstreichen". Bis Samstagmittag waren etwas mehr als 15.000 Karten verkauft. Das EM-Stadion bietet doppelt so vielen Besuchern Platz.

Viele ÖFB-Teamspieler nutzten den freien Samstagnachmittag zu einem Ausflug in den Spielort. Seit fast einer Woche ist das Team im Hotel Lacknerhof in Flachau kaserniert. "So eine Vorbereitung kann man sich nur wünschen", erklärte Athletik-Trainer Mike Steverding. Der Deutsche sieht den Kader zu Saisonstart aber physisch ohnehin auf einem sehr hohen Niveau. "Wenn es bei irgendjemandem Probleme gibt, haben wir hier aber auch die Zeit und die Möglichkeiten, darauf einzugehen", sagte der Spezialtrainer.

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