Österreichs Fußball-Meister Red Bull Salzburg und Rekordchampion SK Rapid suchen am Sonntag im Cup den Weg aus ihren sportlichen Problemen. Beide Topclubs haben in den vergangenen drei Pflichtspielen kein Tor erzielt und in der Europa League gegen Manchester City (0:2) bzw. den FC Porto (0:3) zuletzt deutliche Niederlagen kassiert.

Im Pokal geht es für Salzburg gegen den Traditionsclub Blau-Weiß Linz, für Rapid in einem "kleinen Derby" gegen die Amateure des Stadtrivalen Austria. Rapid-Trainer Peter Pacult will sein Team im Vergleich zum Gastspiel in Porto an zwei bis drei Positionen verändern. "Ich werde aber nicht viel experimentieren, denn sonst besteht die Gefahr, dass wir das Spiel nicht so in den Griff bekommen, wie wir uns das wünschen", erklärte Pacult. Auch Neuzugang Jan Vennegoor of Hesselink, der zuletzt anstelle der Reise nach Portugal in Hütteldorf trainiert hatte, könnte in die Mannschaft zurückkehren.

Pacult warnte vor den in der Regionalliga Ost eindrucksvoll gestarteten Amateuren des Erzrivalen. "Wir wissen, dass im Cup speziell Amateur-Mannschaften einen besonderen Ehrgeiz entwickeln", betonte der Rapid-Coach. "Dass wir gegen die Austria Amateure spielen, gibt dem Spiel eine besondere Würze. Man kann schon von einem 'kleinen Derby' sprechen." Puls 4 überträgt die Partie im Horr-Stadion ab 15.30 Uhr live.

Seit der Europacup-Sensation Ende August bei Aston Villa (3:2) hat Rapid keinen Treffer mehr erzielt. Der Pleite in Porto waren in der Liga 0:1-Niederlagen gegen den LASK und die Austria vorangegangen. "Wir haben in diesen Spielen zehn, zwölf gute Möglichkeiten gehabt, aber kein Tor gemacht", erinnerte Pacult. "Vom Spielerischen her haben wir uns wenig vorzuwerfen, aber wir haben die Lücke nach dem Abgang von Jelavic noch nicht geschlossen."

Der Kroate hatte Rapid am 19. August unter kontroversen Umständen in Richtung Glasgow Rangers verlassen. Der als Ersatz geholte niederländische Ex-Teamspieler Vennegoor of Hesselink hatte im Derby gegen die "große" Austria nicht auf Anhieb zu überzeugen vermocht. Im Cup nehmen die Hütteldorfer auch deren Zweitteam ernst. "Wir werden genauso in dieses Spiel gehen wie in ein Europa-League- oder ein Meisterschaftsspiel", kündigte Pacult an. "Sonst bekommt man auch gegen Amateur-Mannschaften Probleme."

Salzburg ist nach einem Fehlstart in die Liga mit fünf Punkten aus fünf Spielen im Cup ebenfalls unter Druck. Ein Sieg in Linz scheint Pflicht, will Huub Stevens einer Trainerdiskussion entgehen. "Das nächste Spiel ist immer das wichtigste, also ist es jetzt der Cup", erklärte der Niederländer nach dem 0:2 gegen City. Der Deutsche Simon Cziommer wird zwei Monate nach seinem Mittelfußbruch ins Team zurückkehren. Dafür könnte Franz Schiemer eine Pause erhalten, war er doch schon gegen City angeschlagen angetreten.

Fünf Pflichtspiele laufen die Salzburger bereits vergeblich einem vollen Erfolg nach. Tor haben sie wie Rapid in den vergangenen drei Begegnungen keines erzielt. Zumindest diese Flaute soll auf der Linzer Gugl gegen den Tabellenführer und Vizemeister der Regionalliga Mitte enden. "Wir schauen jetzt nur auf den Cup", erklärte Stürmer Roman Wallner, bis vergangenen Winter beim LASK unter Vertrag, vor der Rückkehr an seine einstige Wirkungsstätte an.

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