Der seit einem Jahr in Italien laufende Prozess gegen zehn aktuelle und ehemalige Angehörige des Österreichischen Skiverbandes (ÖSV) wegen des Dopingskandals bei den Olympischen Winterspielen 2006 in Turin ist am Freitag fortgesetzt worden. Vor dem Gericht der piemontesischen Stadt Susa wurde ÖSV-Biathlon-Direktor Markus Gandler, einer der zehn Angeklagten, angehört.

Gandler, der bisher an fast allen Gerichtsverhandlungen im Prozess teilgenommen hat, antwortete mehrere Stunden lang auf die Fragen der Richterin Alessandra Danieli und der Staatsanwaltschaft.

"Ich hatte endlich die Möglichkeit, die Dinge ins richtige Licht zu stellen und der Richterin bestimmte Abläufe bei den Olympischen Winterspielen zu erklären. Für mich ist es wichtig, zur Aufklärung der Vorgänge beizutragen, weil ich sehe, wie viel Unwissen zu dieser Anklage geführt hat", sagte Gandler im Gespräch mit der APA - Austria Presse Agentur. Er zeigte sich zuversichtlich, dass das Verfahren zu einem positiven Ende kommen wird.

Die nächste Gerichtsverhandlung in Susa ist am 12. November geplant. Weitere Zeugen sollten befragt werden. Noch unklar ist, ob Angeklagte aus Österreich aussagen werden. Mit einem Urteil im Prozess ist kurz vor dem kommenden Sommer zu rechnen.

Neben Gandler sind in diesem Verfahren ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel, Ex-ÖSV-Coach Walter Mayer, der ehemalige Langlauf-Cheftrainer Emil Hoch, der Sportmediziner Peter Baumgartl sowie auf Athletenseite die Ex-Biathleten Wolfgang Perner und Wolfgang Rottmann sowie die Langläufer Martin Tauber, Johannes Eder und Jürgen Pinter die Beschuldigten. Laut Anklageschrift wird Schröcksnadel und Gandler Begünstigung von Doping vorgeworfen.

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