Der Verkauf des englischen Fußball-Traditionsclub Liverpool zieht sich in die Länge. Die US-Eigentümer Tom Hicks und George Gillett wollen den Verein nicht für 343 Mio. Euro an die Firma New England Sport Ventures (NESV) aus den USA verkaufen. Sie kämpfen seit Dienstag vor einem Londoner Gericht gegen das zu niedrige Angebot. Inzwischen stellte sich ein Interessent mit einem neuen Angebot ein.

Der Geschäftsmann Peter Lim aus Singapur besserte sein Übernahmeoffert auf 320 Mio. Pfund (366 Mio. Euro) auf. Lim versprach weiters 40 Mio. Pfund für Spielerkäufe bereitzustellen. Liverpool steht nach dem schlechtesten Saisonstart seit mehr als 50 Jahren derzeit nur auf dem 18. Tabellenrang der Premier League und damit auf einen Abstiegsplatz.

Der Traditionsclub steht bei der Royal Bank of Scotland (RBS) mit 200 Mio. Pfund in der Kreide. Die Bank drängt auf den zügigen Verkauf des 18-fachen englischen Meisters von der Anfield Road. Sollte die Bank bis Freitag ihr Geld nicht zurückbekommen, droht Liverpool ein Insolvenzverfahren. Dieses würde unter Umständen einen Abzug von neun Punkten in der Premier League zur Folge haben. Somit droht neben dem finanziellen auch ein sportlicher Niedergang.

Die Verantwortlichen der englischen Premier League und Liverpools Coach Roy Hodgson hatten den Verkauf an die NESV, der auch das US-Baseballteam Boston Red Sox gehört, befürwortet. Die bisherigen Eigentümer wollen dies jedoch mit allerlei Tricks verhindern, um den Verkaufspreis womöglich noch in die Höhe treiben zu können.

In einem mit zahlreichen Liverpool-Fans gefüllten Gerichtssaal kämpften am Dienstag die Anwälte der derzeitigen Besitzer gegen die von der Bank gestellte Frist. Für die mehrheitlich dem britischen Staat gehörende RBS gebe es andere Alternativen, als ein Insolvenzverfahren anzustreben. Außerhalb des Gerichts stimmten Anhänger der "Reds" indes Gesänge gegen die in der Fangemeinde verhassten Hicks und Gillett an.

Die beiden US-Unternehmer hatten Liverpool Anfang 2007 für rund 200 Mio. Euro übernommen, den Kauf aber ausschließlich mit Schulden finanziert. Seither sind diese unaufhörlich gewachsen.

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