Österreichs Nachwuchs-Fußball-Teamspieler Marcel Büchel hat sich ein hohes Ziel gesteckt. Der 19-jährige Mittelfeldakteur will sich bei Italiens Rekordmeister Juventus Turin nach oben kämpfen. Die "Alte Dame", die am Donnerstagabend im dritten Europa-League-Gruppenspiel bei Red Bull Salzburg gastiert, hat das Talent im Sommer leihweise vom Serie-A-Absteiger AC Siena verpflichtet.

In Salzburg war Büchel nicht mit von der Partie, er verpasste den Sprung in den 21-Mann-Kader. Einmal hat er es aber schon in den Profikader geschafft, beim 1:0 im Play-off gegen Sturm Graz war er am 26. August in Turin auf der Bank gesessen. Regelmäßige Einsätze bekommt der Mittelfeldspieler in der Primavera-Mannschaft, derzeit liegt Juve dort zwei Punkte hinter Genoa auf Rang zwei.

"Wir trainieren am gleichen Trainingsgelände wie die Profis. Zwei bis drei Spieler von uns sind eigentlich immer fix beim Profi-Training dabei", erzählte Büchel im Gespräch mit der APA. Er selbst hat auch schon einige Erfahrungen mit den Juve-Stars gemacht, in der Vorbereitung war er mit der Kampfmannschaft auf Trainingslager, zudem durfte er auch schon einige Male mittrainieren. "Es hat nicht lange gedauert, sich einzufügen. Ich komme mit jedem gut zurecht", sagte Büchel.

Einen besonders guten Draht hat der Vorarlberger ausgerechnet zu Juves Aushängeschild Alessandro del Piero. "Ich habe großen Respekt vor Del Piero, man lernt sehr viel von ihm. Er ist wie ein Gott in Turin. Er macht immer noch wichtige Tore, ist ein Wahnsinn", sagte der ÖFB-Nachwuchs-Kicker über den 35-Jährigen. Del Piero setzt wiederum große Stücke in den Österreicher, während des Trainingslagers lobte er ihn in einem Zeitungsbericht. "Seitdem schaut er, wenn ich bei den Profis trainiere, dass er mit mir zusammenspielt", sagte ein erfreuter Büchel.

Mit guten Leistungen im Nachwuchsteam will er sich für höhere Aufgaben empfehlen. "Ich muss in der Primavera gut spielen und Geduld haben", ist sich Büchel bewusst. Mit Profi-Coach Luigi del Neri hat der Vorarlberger kaum Kontakt, dafür tauscht sich dieser regelmäßig mit den Primavera-Trainern aus und ist daher über die aktuelle Form der Jungkicker voll im Bilde.

In dieser Saison soll es für Büchel auf jeden Fall noch mit dem Debüt in der Serie A klappen. "Ich rechne schon damit. Wenn du gut spielst, bekommst du normal deine Einsätze bei Juventus", gab sich Büchel vor allem aufgrund der zahlreichen Saisonspiele hoffnungsvoll. Bei der Vertragsunterzeichnung wurden dem Feldkircher fünf bis zehn Serie-A-Einsätze mündlich zugesichert. "Wenn es drei sind, bin ich auch zufrieden", betonte Büchel.

Der 1,79 m große Mittelfeldspieler hatte sich im Sommer für Juve und gegen ein weiteres Engagement bei Siena, wo er in der Serie B wohl in der Kampfmannschaft zum Zug gekommen wäre, entschieden. "Es wäre auch interessant gewesen in der Serie B zu spielen, aber wenn Juve anklopft, muss man es sich natürlich überlegen. Ich denke, dass es die richtige Entscheidung war", glaubt Büchel, der nach wie vor im Hotel wohnt. Das wird sich auch in der nächsten Zeit nicht ändern, weil es die Vereinsverantwortlichen so wollen. "Sie wollen wissen, was wir machen und dass wir uns auf Fußball konzentrieren", erklärte Büchel.

Der Mittelfeldspieler, der froh ist mit Alexander Manninger einen Landsmann im Team zu haben, zählt die Technik, den Zweikampf und absoluten Siegeswillen zu seinen Stärken. Auch im Defensiv- sowie Kopfballspiel habe er sich in letzter Zeit gut entwickelt. "Ich muss die Übersicht im Spiel verbessern und noch mehr den Abschluss suchen, das fehlt noch", sieht der Vorarlberger noch Verbesserungsbedarf.

In der Europa-League-Partie am Donnerstag rechnete er mit einem Sieg seiner Turiner Mannschaft. "Ich glaube schon, dass sich Juve durchsetzen wird. Wenn sie in Führung gehen, werden sie es auf jeden Fall machen", prophezeite Büchel.

Im österreichischen Nachwuchsteam hat Büchel einen schweren Stand, nachdem er Teamchef Andreas Heraf vor der U19-EM mitgeteilt hatte, dass er nur zum Turnier kommen würde, wenn er auch sicher spielen würde. Für den Jungkicker ist diese Causa mittlerweile abgehakt. "Was war, ist vergessen. Es ist eine Ehre für mich für Österreich zu spielen, ich bin bereit", hat Büchel eine Nominierung etwa für die U-20-WM in Kolumbien noch nicht ganz abgeschrieben.

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel