Dem internationalen Fußball könnte eine weitreichende Änderung den Transfermarkt betreffend bevorstehen. Der Fußball-Weltverband FIFA diskutiert derzeit in einer Arbeitsgruppe, die Lizenzierung für Spielervermittler abzuschaffen. Das würde dazu führen, dass künftig alle Personen als Vermittler bei Transfers auftreten können.

Derzeit ist das nur Angehörigen, Rechtsanwälten oder den weltweit rund 6.000 lizenzierten Spielervermittlern erlaubt. "Da wird viel Chaos auf uns zukommen", kommentierte der österreichische Sportrechts-Experte Christian Flick die Überlegungen der FIFA. Sollte die Abschaffung abgesegnet werden, was im Frühjahr 2011 der Fall sein könnte, wäre das für Flick "eine dramatische Entwicklung, juristisch wird das turbulent". Allerdings will die FIFA laut Flick, der in den vergangenen Tagen in der Schweiz an einem großen Sport- und Rechteforum teilgenommen hat, bei Laufzeit der Verträge und Höhe der Zahlungen an die Berater (diskutiert werden demnach drei Prozent) weiter mitreden.

Die FIFA ortet offenbar Handlungsbedarf, da schon jetzt ein Großteil der Transfers abseits der offiziellen Spielervermittler abgeschlossen werden. Michael Becker, Berater des deutschen Teamspielers Michael Ballack, sprach in der "Financial Times Deutschland" von 70 Prozent der Transfers, die in Deutschland von nicht lizenzierten Spielerberatern durchgeführt werden.

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