Zwischen Belgien und Marokko spitzt sich das Rennen um potenzielle Fußball-Nationalspieler zu. Marokkos Teamchef Eric Gerets, der es auf 86 Auftritte für Österreichs aktuellen EM-Qualifikations-Gegner gebracht hat, holte den 21-jährigen gebürtigen Belgier Nacer Chadli in seinen Kader für das Freundschaftsspiel am Mittwoch in Nordirland.

Damit zog sich der Coach den Unmut des belgischen Verbandes zu, der selbst Interesse an Chadli zeigt. Der Clubkollege von Marc Janko bei Twente Enschede, der marokkanische Wurzeln hat, lässt sich alle Optionen offen. "Ich werde meine definitive Entscheidung dann treffen, wenn ich weiß, was das Beste für meine Karriere ist", sagte der Stürmer. Da es sich beim Duell mit Nordirland nur um ein Freundschaftsspiel handelt, könnte Chadli künftig auch das belgische Trikot tragen.

Belgiens Teamchef George Leekens ist von der Taktiererei Chadlis schon leicht genervt. "Er ist bei uns willkommen, aber niemand wird gegen seinen Willen einberufen", meinte Leekens, der mit Marokko auch um Mehdi Carcela kämpfen muss. Der 21-jährige Angreifer, in Belgien als Sohn einer Marokkanerin und eines Spaniers geboren, lehnte im September eine Nominierung für das EM-Quali-Doppel der "roten Teufel" gegen Deutschland und die Türkei ab.

Die zwei A-Team-Einsätze Carcelas für Belgien würden einer Einberufung für Marokko nicht im Wege stehen, weil es sich dabei um Testpartien handelte. Allerdings hat der Offensivspieler für Belgiens U21-Auswahl Pflichtspiele bestritten, weswegen er bei der FIFA um einen Nationenwechsel ansuchen muss. Gerets drängt Carcela zu diesem Schritt und würde ihn am liebsten schon im Afrika-Cup im kommenden Jahr einsetzen.

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