Zwei Tage wurde in Leipzig 20 Jahre deutsche Fußball-Einheit gefeiert. Das ungewöhnlich verbissen geführte Vereinigungsmatch entschied die Auswahl der ehemaligen DDR gegen das DFB-Weltmeister-Team von 1990 mit 2:1 für sich. Karlheinz Riedle (32.) brachte das DFB-Team vor 15.400 Zuschauern in Führung, Ex-Admiraner Olaf Marschall (58.) per Elfmeter und Ulf Kirsten (68.) wendeten das Blatt.

Der Elfmeterpfiff von Referee Lutz-Michael Fröhlich ließ auch noch bei der "Players Night" in einem Leipziger Nobelhotel die Wogen hochgehen, Lothar Matthäus und Co. waren kaum zu beruhigen. Der verärgerte Matthäus, ehemals Betreuer von Rapid und Salzburg, hatte sich nach dem Elfmeterpfiff sogar auswechseln lassen. "Wir wollten alle Spaß an der Sache haben. Doch ein bisschen Ehrgeiz steckt auch noch drin", kommentierte der extra aus den USA eingeflogene Jürgen Klinsmann den ersten Teil der Gala zum 20. Einheitstag.

Im zweiten Teil am Sonntag lieferte Michel Platini, der Präsident der Europäischen Fußball-Union UEFA, den besten Entspannungsbeitrag. Denn während im Leipziger Kongresszentrum nochmals über die gelungene Neuorientierung von 4.600 Ostclubs, die großzügige DFB-Hilfe und natürlich über die großen Sorgen des Profifußballs in den "neuen Ländern" gesprochen wurde, sorgte Platini mit seiner Festrede auf Deutsch für die sympathische Note.

Das Vereinigungsspiel der deutschen Weltmeister gegen die letzte Auswahl des Ostens war schon im November 1990 angesetzt gewesen, als ebenfalls in Leipzig der Deutsche Fußball-Verband der DDR (DFV) aufgelöst wurde und in den Deutschen Fußball-Bund (DFB) aufging. Doch große Sicherheitsbedenken verhinderten damals das brisante Duell.

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel