Die Ablehnung einer neuen Sprungskimarke durch die FIS hat unmittelbar vor dem Weltcup-Auftakt in Kuusamo für Aufregung gesorgt. Der Finne Janne Ahonen will in seiner Heimat mit einem Sport-2000-Ski springen, der von der Firma Fischer in Lizenz erzeugt wird. Laut Weltverband werden aber nur Hersteller von Skiausrüstung anerkannt, die betreffende Ausrüstungen in Eigenproduktion herstellen.

Thomas Drindl, der Spartenchef Nordisch bei Fischer, ärgerte sich am Donnerstag im APA-Gespräch darüber, dass im Antwortschreiben der FIS gar nicht auf den jüngsten Antrag vom Montag eingegangen worden war. Neben Ahonen wollen auch drei deutsche Springer die neue Marke verwenden, Drindl glaubt die nationalen Verbände hinter sich.

Der Hintergrund: Nach dem Rückzug von Atomic aus dem Sprungbereich - die Firma bietet kein Service mehr an - verwenden immer mehr Athleten Fischer Ski, daneben ist nur noch die Marke Elan präsent. "Wenn wir 90 Prozent der Springer ausrüsten, hilft das unserer Markenpräsenz nicht, wenn es keinen Wettbewerb gibt", erklärte Drindl.

Die Skifirma aus Ried will ihr kostenintensives Engagement im Sprungbereich auch mit einer zusätzlichen Marke absichern. Daher hat sich Fischer von der Sportartikeleinkaufsgruppe Sport 2000 das Recht gesichert, auf Lizenzbasis Sprungski zu produzieren. Das habe man FIS-Renndirektor Walter Hofer schon im Juli dargelegt. Hofer berief sich am Donnerstag gegenüber der APA auf die Regeln und erklärte sich für nicht zuständig. Dies sei Sache von FIS-Marketingchef Marcel Looze, der aber vorerst nicht erreichbar war.

Drindl kritisierte zudem, dass offenbar mit zweierlei Maß gemessen werde. "Für uns ist nicht nachvollziehbar, dass ein Sprungski von flügge.de bereits genehmigt wurde. Laut FIS hat diese Firma den früheren Hersteller Germina übernommen. Drindl betonte hingegen, dass laut Wirtschaftsauskunft flügge.de nicht Inhaber von Germina sei. Außerdem habe Fischer vor Jahren in Lizenz Salomon-Ski erzeugt, die im Wettkampf verwendet wurden und gebe es kleine Firmen, die Bindungen bauen.

Der Konflikt solle aber nicht auf dem Rücken der Athleten ausgetragen werden, sagte Drindl. Die Sportler würden nach aktuellem Stand disqualifiziert, wenn sie das Sport-2000-Produkt verwenden, Fischer würde daher eigene Ski zur Verfügung stellen.

Die Winter-Sprungski für den Spitzensport können nur innerhalb von rund zwei Monaten ab August produziert werden, wenn die Längen feststehen. Die Produktion ist aufwendig und großteils Handarbeit. "Die Produktion von 400 Paar wäre mit unseren Kapazitäten möglich, heuer haben wir aber 750 gebaut, dabei gingen die Arbeiter über ihre Grenzen", sagte der Spartenleiter der Skifirma.

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