Gerhard Hofer ist ein begehrter Mann im Skispringer-Zirkus. Der Österreicher war in der vergangenen Saison die treibende Kraft hinter der Entwicklung der neuen Bindung, mit der Simon Ammann zum Olympia-Doppelsieg und Skiflug-WM-Titel geflogen war. Im Sommer suchte er eine neue Herausforderung.

"Ich hatte viele Angebote, ich konnte es mir aussuchen", sagte Hofer in Kuusamo gegenüber der APA. Er entschied sich für das beste Angebot, wechselte von den Schweizern zum finnischen Team um Janne Ahonen. Bei den Finnen ist Hofer nun für ein großes Team zuständig, er arbeitet als Techniker und Co-Trainer.

Der 27-Jährige analysiert die Sprünge der Athleten und gibt Cheftrainer Pekka Niemelä Empfehlungen über mögliche Veränderungen wie Gewichtsverteilung am Ski, minimales Versetzen der Bindung etc. Und natürlich ist nach dem Überraschungs-Coup mit Ammann bei den Winterspielen in Vancouver auch die Bindung weiterhin sein Lieblingsthema. "Ich bin stolz und glücklich, den weltweit renommiertesten Skitechniker im Team zu haben", betonte Niemelä.

"Bei den Schweizern hatten wir den Plafond erreicht, bei den Finnen gibt es noch viele Ansatzpunkte für Verbesserungen", sagte Hofer, der nicht verhehlt, dass er sich auch für das lukrativste Angebot entschieden hat. Nun arbeitet er mit Ahonen an einer Weiterentwicklung der Bindung.

Der 33-jährige Superstar, der im Vorjahr ein Comeback nach einjähriger Pause gegeben hatte, musste nach einer Knieverletzung vor seiner 18. Saison um den Anschluss kämpfen. "Das war nicht leicht, aber jetzt fühle ich mich gut", sagte Ahonen in Kuusamo. Als erstes großes Ziel nennt der Familienvater, der vor 14 Jahren schon Skiflug-Weltmeister war, die Vierschanzen-Tournee. Es wäre keine Sensation, wenn er als Rekordgewinner mit einer neuentwickelten Bindung nach dem sechsten Gesamtsieg greift.

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