Der Fußball-Wettskandal hat die Europäische Fußball-Union UEFA erreicht. Am Freitag wurde bekannt, dass auch ein Schiedsrichter-Obmann der UEFA bestochen worden sein soll. Nach Angaben des Gerichts gibt es Hinweise darauf, dass dem Funktionär 50.000 Euro bezahlt worden sind, damit er sich für die Höhergruppierung eines angeblich ebenfalls bestochenen bosnischen Unparteiischen einsetzt.

Die Information soll der noch nicht angeklagte Ante S., der schon in den Wettskandal um DFB-Schiedsrichter Robert Hoyzer verwickelt gewesen ist, bei einer seiner Vernehmungen enthüllt haben. Gegen den unter Verdacht geratenen UEFA-Schiedsrichterobmann laufen nach Angaben der Bochumer Staatsanwaltschaft bereits umfangreiche Ermittlungen. Der Fußball-Funktionär habe den bestochenen Schiedsrichtern besonders lukrative Partien besorgen sollen, hieß es vonseiten der Ermittler am Rande des Prozesses.

Der Prozess um den wohl größten Wettskandal im europäischen Fußball wurde am Freitag mit einem weiteren Geständnis fortgesetzt. Der Angeklagte Tuna A. gab zu, von manipulierten Spielen gewusst und entsprechende Wetten platziert zu haben. Er erklärte, dass er von der Bezahlung von mindestens zwei Schiedsrichtern gewusst habe.

Bei der Europa-League-Begegnung zwischen dem FC Basel und ZSKA Sofia am 5. November 2009 habe der Schiedsrichter seines Wissens nach 50.000 bis 60.000 Euro erhalten. Außerdem sei dem Unparteiischen signalisiert worden, dass er in seiner Karriere gefördert werden könne. Informant sei in diesem Fall der noch nicht angeklagte Marijo C. gewesen. "Marijo hat mir damals gesagt: Ich hab' den Schiedsrichter", sagte Tuna A. vor der 13. Strafkammer des Bochumer Landgerichts. "Da habe ich alles gesetzt, was ich hatte - fast 40.000 Euro."

Auch im U21-WM-Qualifikationsspiel zwischen der Schweiz und Georgien am 18. November 2009 sei der Schiedsrichter bezahlt worden. Der inzwischen lebenslang gesperrte Bosnier habe ebenfalls 50.000 oder 60.000 Euro erhalten.

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