Bei schweren Zusammenstößen zwischen gewaltbereiten Fußballfans und der Polizei sind in Moskau zahlreiche Menschen festgenommen worden. Bei den Ausschreitungen am Rande einer nicht genehmigten Kundgebung habe es auch Verletzte gegeben, teilten die russischen Behörden am Samstag nach Angaben der Agentur Interfax mit.

Schätzungen zufolge hatten sich rund 2.000 meist jugendliche Demonstranten unweit des Roten Platzes getroffen. Sie wollten dort an einen Fan erinnern, der vor kurzem bei einem Streit erschossen worden war. Die Ausschreitungen werfen nach Ansicht von Experten ein schlechtes Licht auf den Gastgeber der WM 2018.

Ein Großaufgebot von Einsatzkräften riegelte zunächst den Ort des Treffens ab. Auf die Aufforderung von Polizeichef Wladimir Kolokolzew, den Platz zu räumen, habe die Menge mit nationalistischen Sprechchören reagiert, hieß es. Als Demonstranten begannen, umstehende Zuwanderer aus dem Kaukasus zu attackieren, griffen die Sondereinheiten mit Schlagstöcken zu, wie ein Polizeisprecher sagte.

Das Staatsfernsehen zeigte Bilder wie von einer Straßenschlacht. Aus der Menge flogen Steine, Flaschen, Feuerwerkskörper, Rauchbomben und sogar Teile des städtischen Weihnachtsbaums auf die Polizisten. Ein Reporter soll mehrere Schüsse gehört haben.

Auch im Norden der russischen Hauptstadt versammelten sich tausende Fans im Gedenken an den getöteten Spartak-Moskau-Anhänger Jegor Swiridow. Sie legten Blumen an der Stelle nieder, an der der 28-Jährige zu Wochenbeginn von einem Jugendlichen aus dem Kaukasus erschossen worden war.

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